VDE zeigt Weg zum ›atmenden‹ Stromnetz

Nachdem der Anteil der dezentralen Anlagen im Verteilnetz stetig zunimmt, ändern sich die Energieflüsse nicht nur je nach Lastsituation, sondern auch nach Wetterlage. Die wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen sind auf dieser Netzebene erheblich. Eine Lösung zeigt der Technologieverband VDE in seiner neuen Studie auf: Sie behandelt den Umbau zu »aktiven Verteilnetzen« aus der Sicht von Automatisierungs- und Schutztechnik.

18. April 2016

Mit solch aktiven Netzen ist es möglich, Last- und Einspeiseverhalten, Spannung, Blindleistung, Netzschutzparameter und Netztopologie, situativ und automatisch bis in die Niederspannungsebene anzupassen.

Konkret zeigt die Studie »Schutz und Automatisierungstechnik in aktiven Verteilnetzen«, welche Herausforderungen mit dem Umbau zu einem flexiblen »atmenden Netz« verbunden sind. Die Studie konzentriert sich auf das zuverlässige, sichere und schnelle Erkennen von Fehlerzuständen wie zum Beispiel zweiseitig gespeiste Fehlerströme und Zwischeneinspeisung oder die zunehmende Verkabelung von Verteilnetzen. Auf eine kurze Formel gebracht, lautet die Zielvorgabe für sichere und stabile Smart Grids: »mehr dezentrale Automatisierung – zudem Netzleittechnik mit neuen übergreifenden Funktionen; nicht weniger lokale Schutztechnik – mehr übergreifende Schutzfunktionen«.

Da die Investitionskosten und der Betriebsaufwand für die Automatisierungstechnik und das aktive Netzmanagement sehr hoch sind, fordert der VDE regulatorische Anreize, damit sich diese Investitionen für Netzbetreiber rentieren. Die Studie richtet sich gezielt an Netzbetreiber, Hersteller sowie Politik und Regulierungsbehörden. Weiteren Forschungsbedarf sieht der Verband zudem bei den Einsatzmöglichkeiten moderner Informations- und Kommunikationstechnik im Bereich der Schutz- , Automatisierungs- und Netzleittechnik.