VDMA: Licht und Schatten beim neuen EEG

Die dem Bundeskabinett zur Entscheidung vorliegende Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) bewertet VDMA Power Systems als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung mit noch vielen offenen Fragen.

08. April 2014

»Das EEG 2.0 führt zum ersten Mal eine verpflichtende Nachfragekomponente mit der Direktvermarktung ein. Zudem gewährleisten gleitende Marktprämien in Verbindung mit Korridoren den koordinierten weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Hier stimmt die Richtung«, kommentiert Dr. René Umlauft, Vorstandsvorsitzender VDMA Power Systems und CEO MAN Diesel & Turbo SE.

Die geplante Beteiligung der privaten, gewerblichen und industriellen Eigenstromerzeugung an der EEG-Umlage sieht der VDMA kritisch: »Der Ausbau der flexiblen und energieeffizienten KWK-Eigenstromerzeugung im Gewerbe-, Handels-, und Dienstleistungssektor wird durch die geplante 50-prozentige Belastung mit der EEG-Umlage akut gefährdet«, moniert Umlauft. Die von der Bundesregierung angestrebten Wachstumsziele für die Kraft-Wärme-Kopplung seien gefährdet. Hingegen begrüße der VDMA die nur 20-prozentige Belastung der industriellen Eigenerzeugung. Ein weiterer Zubau erscheine damit möglich, ergänzt Umlauft.

Der VDMA kritisiert die EEG-Einbindung grundsätzlich als nicht verursachungsgerecht: »Unserer Forderung, die Eigenstromerzeugung stattdessen an den Netz- und Kraftwerks-Backup-Kosten zu beteiligen, ist die Regierung leider nicht nachgekommen. Positiv hervorzuheben ist, dass Bestandsanlagen und Modernisierungen von der EEG-Umlage befreit sind«, resümiert Umlauft.

Auch eine Bagatellgrenze von 10 kW elektrischer Leistung begrüßt der VDMA. Aber: »Um die Eigenerzeugung mit Kleinstanlagen nicht völlig zum Erliegen zu bringen, muss die Ausnahmegrenze von 10 MWh ersatzlos gestrichen werden«, fordert Umlauft.

Kritisch betrachtet der VDMA auch den schnellen Wechsel auf ein Ausschreibungsmodell, das bereits ab 2017 das Marktprämienmodell mit Direktvermarktung ablösen soll. »Ausschreibungsmechanismen sollen als Förderinstrument sozusagen blanko festgeschrieben werden, ohne dass bisher Erfahrungen gesammelt worden wären«, kritisiert Umlauft.

Der VDMA ist erleichtert über die Einigung der Bundesländer und der Bundesregierung zu dem weiteren Ausbau der Windenergienutzung, auch wenn über die geplante Novelle des Baugesetzbuches zusätzliche Investitionsunsicherheit geschaffen wird. Für die Onshore-Windenergie begrüßt der VDMA das optimierte Referenzertragsmodell sowie die zusätzliche Berücksichtigung des Rückbauvolumens im Ausbaukorridor. »Das Vergütungsniveau ist durchaus geeignet, den jährlichen Zubau von circa 2.500 MW zu realisieren. Zudem schafft die Glättung der Vergütungskurve die Möglichkeit, das Binnenland weiter für die Windenergienutzung zu erschließen. Allerdings besteht noch Nachbesserungsbedarf, um Standorte mit mittleren Windgeschwindigkeiten nicht zu benachteiligen«, erklärt Dr. Markus Tacke, Vorstandsmitglied VDMA Power Systems und CEO Siemens Wind Power.