VDMA zum Aus des deutschen CCS-Demoprojektes

Vattenfall hat das CCS-Demonstrationsprojekt in Jänschwalde abgesagt. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), dessen Mitgliedsunternehmen die Klimaschutztechnologien zur CO2-Abscheidung und CO2-Speicherung (CCS) entwickeln, sieht laut eigener Angabe in der Absage des einzigen deutschen Demonstrationsprojektes für diese Klimaschutztechnologie aufgrund des fehlenden Rechtsrahmens und unsicherer Investitionsbedingungen ein Alarmzeichen für die fehlende Zukunftsorientierung der Politik.

06. Dezember 2011

»Die gestrige Absage des CCS-Demonstrationsprojektes in Jänschwalde durch Vattenfall ist das Ergebnis einer völlig unberechenbaren Politik auf Bund- und Länderebene« so Thorsten Herdan, energiepolitischer Sprecher des VDMA. »Das politisch bedingte Scheitern der CCS-Demonstration in Deutschland sendet ein fatales Zeichen nach Durban zu den Klimaschutzverhandlungen, aber auch nach Europa. Sollte das europäische CCS-Demonstrationsprogramm nicht auf eine relevante Anzahl von Projekten kommen, würde dies auch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Kraftwerks-Industrie gefährden«, so Herdan weiter.

Insbesondere das Verhalten der Bundesländer, an deren Streit die Umsetzung der europäischen Richtlinie zur Kohlendioxidspeicherung bisher scheiterte, kritisiert der Verband scharf: »Vor dem Hintergrund des Atomausstiegs in Deutschland aber auch aller Prognosen zur zukünftigen Nutzung von fossilen Brennstoffen im weltweiten Energiemix, müssen wir uns alle Optionen offen halten. Nicht Hals über Kopf in neue Risiken springen, aber alternative Technologien wie CCS schrittweise entwickeln und erproben«, ergänzt Herdan. »Während noch kürzlich alle davon gesprochen haben, dass man nun gemeinsam und im Bewusstsein unterschiedlicher Belastungen an einem Konsens arbeiten möchte, zeigt dieses Beispiel, wie schnell man wieder in singuläre Interessenpolitik zurückfällt«.