Verbände fordern neues Offshore-Windparksystem

Um den für eine erfolgreiche Energiewende notwendigen Ausbau von Windkraftanlagen auf See sicherzustellen, ist ein grundlegender Systemwechsel bei der Errichtung von Offshore-Windparks und den zugehörigen Netzanbindungen notwendig. Das ist die Kernforderung eines Eckpunktepapiers, welches Netzbetreiber und Branchen-Institutionen vorgelegt haben.

07. August 2012

Die Stiftung Offshore-Windenergie, das Offshore Forum Windenergie, der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Power Systems) und die Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH und 50Hertz Transmission GmbH haben das 15-seitige Eckpunktepapier gemeinsam erarbeitet. Im Mittelpunkt steht ein Konzept, das in Zukunft die volkswirtschaftlich effiziente und zeitlich aufeinander abgestimmte Fertigstellung eines Offshore-Windparks auf der einen und die notwendige Netzanbindung auf der anderen Seite gewährleisten soll. Um dieses Ziel zu erreichen, soll aus Sicht der Verfasser im Rahmen einer langfristig angelegten Planung verbindlich festgelegt werden, zu welchem Datum welche Netzanbindung fertig gestellt sein muss. Diese zeitlichen Festlegungen sollen im Offshore-Netzplan erfolgen, welcher vom Gesetzgeber in den Bundesbedarfsplan integriert wird. Auf Grundlage dieser Ablaufplanung sollen die Übertragungsnetzbetreiber und die Betreiber von Offshore-Windparks verbindliche Realisierungsfahrpläne vereinbaren.

Einmal jährlich sollen die Entwickler von Offshore-Windparks die Möglichkeit haben, einen Antrag auf Netzanbindung zu stellen. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) und das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) könnten anschließend auf Basis verschiedener Kriterien wie zum Beispiel dem Stand des jeweiligen Planfeststellungsverfahrens beziehungsweise dem Datum der Genehmigung zur Errichtung des Offshore-Windparks über die Anträge entscheiden.

Eine entscheidende Rolle für die Umsetzung des Systemwechsels spielen laut der Verfasser der Offshore-Netzplan und seine Integration in den Bundesbedarfsplan. Die räumliche und zeitliche Steuerung der Netzanschlüsse sollte insofern erstmalig bei der Erstellung des Bundesbedarfsplans 2012 berücksichtigt werden. Der bisherige Ansatz singulärer Netzanbindungen habe auch bei Berücksichtigung der nunmehr vorgesehenen Clusteranbindungen dazu geführt, dass erhebliche energie- und volkswirtschaftliche Risiken entstanden sind. Um diese Risiken zu minimieren, werde der Aufbau eines ›flexiblen‹ Netzes angestrebt, das durch technisch und volkswirtschaftlich effiziente Vermaschung Netzausfälle und Verzögerungen auffangen und die Systemsicherheit dauerhaft erhalten kann.