Verdichten für Versorgungssicherheit

VNG nahm in Bobbau eine neue Verdichterstation in Betrieb

Die VNG - Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft, Leipzig, nahm im Oktober eine neue Verdichterstation in Bobbau (Sachsen-Anhalt) in Betrieb. 34 Mio. € investierte sie in die technischen Anlagen, um sowohl die Versorgungssicherheit in den neuen Bundesländern als auch die Exportkraft des Unternehmens zu erhöhen.

05. Dezember 2001

Bobbau ist ein zentraler Standort im Pipelinenetz der VNG, auf dem sich sechs Ferngasleitungen kreuzen. Das Erdgas kann variabel in verschiedene Richtungen geleitet werden. Die dort installierten Verdichter erzeugen den notwendigen Druck, um das Erdgas selbst zu entfernten Stadtwerken oder Regionalversorgern transportieren zu können. „Mit der neuen Verdichterstation Bobbau besitzt die VNG einen zentralen Transport- und Verteilungspunkt, von dem aus unsere Kunden und Partner im In- und Ausland jederzeit sicher mit russischem, norwegischem oder deutschem Erdgas versorgt werden können“, betont Dr. Klaus-Ewald Holst, Vorstandsvorsitzender des Erdgasimporteurs.

Bereits seit 1997 transportiert die VNG pro Jahr etwa 2,3 Mrd. m³ norwegisches Erdgas für das tschechische Gasunternehmen Transgas bis nach Horte Svate Kateriny und seit 2000 für das polnische Gasunternehmen PGNiG nach Lasow. Seit kurzem leitet sie außerdem russisches Erdgas in Richtung Holland.

In knapp zweieinhalb Jahren Planungs- und Bauzeit wurde die neue Verdichterstation realisiert. Insgesamt waren 30 Firmen aus dem Industrie- und Dienstleistungsgewerbe am Projekt beteiligt, berichtet Prof. Dr. Gerhardt Wolff, VNG-Vorstandsmitglied, bei der Schlüsselübergabe hervor, darunter die Pipeline Engineering Consulting AG (Planung und Koordinierung), die MAN Turbomaschinen AG (Lieferung der Maschineneinheiten) und die Siemens AG (Automations- und Elektrotechnik). Die neue Verdichterstation kann 800.000 m³/h komprimieren.

Ökologische Aspekte fanden besondere Berücksichtigung. Die gesetzlich festgelegten Emissionsgrenzwerte werden von den beiden 10 MW leistenden Gasturbinen der Anlage deutlich unterschritten. Anstelle aufwendiger unterirdischer Entsorgungseinrichtungen wurden ein innovatives Entwässerungssystem in offener Bauweise für Oberflächenwasser und eine Kleinkläranlage für Abwasser installiert. Das aufgefangene Wasser dient gleichzeitig als Löschwasserteich.

Erschienen in Ausgabe: 12/2001