E-Autos

Verkehrswende: Nicht den Anschluss verlieren

Was müssen Energieversorger tun, um den Anschluss bei der E-Mobilität nicht zu verpassen? Das hat eine Studie untersucht.

04. April 2019
Verkehrswende: Nicht den Anschluss verlieren
(Bild: Dan Race – stock.adobe.com)

Mit weiteren 6 Millionen € fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich Elektromobilität. Die Förderbescheide wurden Ende März in Stuttgart übergeben. Gefördert werden die Projekte im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität des BMVI, so das Ministerium in einer Mitteilung. Die geförderten Projekte adressieren den E-ÖPNV, den innerstädtischen Wirtschaftsverkehr und das Zusammenspiel von E-Fahrzeugflotten mit Lade-Infrastruktur, heißt es.

Studie untersucht Marktanforderungen

Das zeigt: Das Diesel-Urteil voriges Jahr und der jüngste Klimaschutzgipfel haben für den nötigen Druck gesorgt, damit die Politik strukturelle Veränderungen im deutschen Verkehrswesen einleitet.

Elektromobilität ist im Aufwind und Energieversorger müssen sich positionieren. Um die notwendigen Anforderungen an die Energieversorgungsunternehmen (EVU) zu konkretisieren, hat C.con Management Consulting in Kooperation mit Eco Libro Elektroautonutzer, Marktexperten und Softwareanbieter befragt.

„Herausgekommen sind klare Anforderungen der Nutzer, welche von den angebotenen Leistungen der Energieversorger nicht abgedeckt werden“, so C.con in einer Mitteilung.

Demnach sind Produktinformationen online oft schwer auffindbar oder nicht verständlich dargestellt. „Im Ergebnis sind viele Produkte von EVU den Endkunden nicht bekannt, obwohl sie bereits angeboten werden“, heißt es.

Weiter wünschen sich die Endkunden eine Ergänzung des reinen Hardwaregeschäftes (Vertrieb von Ladesäulen) um individuelle Ladetarife und Tarifkombinationen.

Backend-Lösungen sind für Energieversorger elementar, um den geladenen Strom mit allen Marktpartnern abzurechnen und müssen das wachsende Produktangebot der EVU abbilden können.

Anforderungen an das Backend

Ein besonderer Fokus der Untersuchung wurde deshalb auf die Anforderungen an das Backend gelegt. Die automatische Authentifizierung des Ladenden an der Ladesäule über den ISO 15118 Standard wird die gegenwärtige Anmeldung mittels Ladekarte (RFID-Chip) ersetzen.

Laut C.con muss eine Backend-Lösung eine solche Form der Authentifizierung abbilden können. Die E-Roaming-Funktionalität stellt eine weitere Must-Have Anforderung an das Backend dar, da Elektrofahrzeuge nicht mehr nur für Kurzstrecken oder als Zweitwagen genutzt werden und 9 von 10 Elektromobilitätsnutzer öffentliche Lademöglichkeiten nutzen.

Zahlungsmittel

Die Kompatibilität verschiedener Zahlungsmittel muss ebenfalls vom Backend abgebildet werden. Die derzeit vorrangig verwendeten kartenbasierte Zahlungsmittel werden dabei zukünftig durch digitale Zahlungsmittel wie PayPal, Apple Pay und Google Pay ergänzt oder verdrängt. Eine transparente und unterjährige Abrechnung ist daher eine weitere wichtige Anforderung an das Backend, heißt es.

„Ergänzend wurden in der Untersuchung Anbieter von Backendlösungen auf diese und weitere Anforderungen hin überprüft. Das Ergebnis: Keiner der Anbieter kann diese Bedarfe gegenwärtig vollumfänglich erfüllen“, so C.con.

Studie als Download

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