STUDIE

Vermieten ist nur die halbe Miete

Unternehmen der Wohnungswirtschaft müssen sich neben ihrem Kerngeschäft auch zunehmend mit energiewirtschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen. Was ist zu tun?

02. April 2019
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(Bild: sdecoret – stock.adobe.com)

Welche Herausforderungen es gibt und wie die Prioritäten gesetzt werden, hat die BBH-Gruppe mittels einer Umfrage in der Wohnungswirtschaft herausgefunden.

Neue Dienstleistungen und Erzeugungskonzepte werden die Top-Themen der Wohnungswirtschaft sein, auch wenn der komplexe regulatorische Rahmen, wirtschaftliche Fragestellungen und mangelnde Ressourcen das Engagement hemmen“, heißt es in Mitteilung zu den Studienergebnissen.

Laut BBH-Gruppe könnte ein Ausweg in der Kooperation mit Stadtwerken als direkte, regionale Ansprechpartner gekoppelt mit Ausschreibungen zu bestimmten Dienstleistungen liegen.

Umfrage

„Die Ergebnisse unserer Umfrage liefern eine ideale Grundlage, um der Wohnungswirtschaft Konzepte und Lösungen anbieten zu können, die zu ihren neuen Anforderungen passen“, so BBH-Partner Ulf Jacobshagen.

Contracting

Beim Contracting liege die Herausforderung darin, die optimale Objektversorgung zu identifizieren. Zudem rücke das Quartier als Ganzes zunehmend in den Fokus. Ein Großteil der befragten Unternehmen nutzt bereits Wärmeliefercontracting und ist an einer engeren Zusammenarbeit mit regionalen Dienstleistern, insbesondere Stadtwerken, in den Bereichen Mieterstrom, Heizkostenabrechnung und E-Mobility-Lösungen interessiert.

Mieterstrom

„Mieterstrom steht trotz hoher Komplexität und moderater Wirtschaftlichkeit weiter hoch im Kurs“, so die BBH-Gruppe. Allerdings lassen sich gerade PV-Mieterstrommodelle auch nach dem Mieterstromgesetz nur schwer umsetzen, heißt es. „Die Gefahr, das Gewerbesteuerprivileg zu verlieren, stellt hierbei ein Risiko für die Wohnungswirtschaft dar.“

Heizkostenabrechnung

Im Bereich der Heizkostenabrechnungen sind die Unternehmen eher unzufrieden mit ihren bisherigen Dienstleistern. Dennoch sind nur wenige Unternehmen bereit, über das Liegenschaftsmodell (ab 2021) einen neuen Dienstleister zu wählen. Das Stadtwerk kann hierbei von den Synergien in der Belieferung und Abrechnung mehrerer Medien profitieren und somit der Wohnungswirtschaft ein attraktives Angebot machen.

Kerngeschäft

Fehlende Anreize begründen auch, weshalb die Wohnungswirtschaft bisher eher in ihr Kerngeschäft statt in Energieeffizienz investiert, heißt es.

Auch wenn eingesparte Energiekosten die Attraktivität der Wohnungen erhöhen, ist es vielen Wohnungswirtschaftsunternehmen wichtiger, die Kaltmiete durch Investitionen nicht unnötig zu erhöhen, um auf dem Markt weiterhin attraktiv zu bleiben, so die BBH-Gruppe.

Aus ihrer langjährigen Erfahrung in der Energiewirtschaft kann die BBH-Gruppe die Wohnungswirtschaft direkt oder als Moderator unterstützen, so Ulf Jacobshagen. „Mit dem Arbeitskreis Quartier ermöglichen wir Unternehmen der Wohnungs- und Versorgungswirtschaft außerdem einen regelmäßigen und intensiven Austausch“, sagt Jacobshagen.

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