Virtuelles Kraftwerk der Thüga erfolgreich im Markt etabliert

Das virtuelle Kraftwerk der Thüga vermarktet mittlerweile in drei Regelzonen Sekundärregelleistung und Minutenreserve. Im Pool sind circa 50 mittelgroße Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen von neun unterschiedlichen Partnern mit einer Gesamtleistung von 45 MW eingebunden, teilt das Unternehmen mit.

26. September 2014

Die elektrische Nennleistung der Anlagen liegt zwischen 0,5 MW und 5 MW. »Ziel ist es, bundesweit möglichst viele dezentrale Anlagen einzubinden - dadurch steigen unsere Vermarktungsmöglichkeiten und wir können die Kosten optimieren«, so Ewald Woste, Vorsitzender des Vorstands der Thüga.

Die Idee für ein Virtuelles Kraftwerk kam aus der Gruppe und wurde von der Thüga Innovationsplattform aufgegriffen und entwickelt. Syneco, die Energiebeschaffungsplattform der Thüga-Gruppe, betreibt und vermarktet das Kraftwerk. »Dieses Beispiel zeigt, dass wir im Zusammenspiel mit unseren Servicegesellschaften und Partnerunternehmen erfolgreiche Geschäftsmodelle entwickeln«, betont Woste. Durch das gemeinsame Vorgehen würden sich für kleinere Unternehmen neue Vermarktungsmöglichkeiten eröffnen, denn um am Regelleistungsmarkt teilzunehmen, müsse man mindestens 5 MW anbieten können. Auch für große Unternehmen sei eine Teilnahme lukrativ. »Zum einen ist die für die Regelleistungserbringung vorgeschriebene IT-Infrastruktur sowie die Anbindung der Anlagen sehr komplex. Zum anderen können in einem großen Pool die Besicherungskosten optimiert werden«, so Dr. Manfred Groh, Projektleiter Virtuelles Kraftwerk der Syneco Trading. Besicherungskosten entstehen dadurch, dass für angebotene Regelleistung auch eine Reserve bereit gehalten werden muss. Die Reserve springt ein, wenn Kraftwerke, die sich in der Leistungsvorhaltung befinden, ausfallen. Die Teilnahme am Thüga-Pool hat aus Sicht von Dr. Groh zwei Vorteile: »Die dezentralen Erzeuger stellen mit der Regelleistung eine Dienstleistung bereit, die in der Vergangenheit vor allem durch große konventionelle Kraftwerke erbracht wurde. Dadurch tragen sie zu einem Umbau der Erzeugungslandschaft hin zu mehr Dezentralität und mehr erneuerbarer Energien bei. Weiter erhalten die Betreiber einen Leistungspreis für die Bereitstellung der Anlage und einen Arbeitspreis, wenn die Regelleistung abgerufen wird.« Die beteiligten Thüga-Partnerunternehmen können ihren Kunden, zum Beispiel Betreibern von Biogasanlagen, eine Teilnahme am Virtuellen Kraftwerk anbieten und damit Zusatzerlöse durch die Regelleistungsvermarktung ermöglichen.