Virtuelles Kraftwerk mit Schwung

Strom

Die Stadtwerke München (SWM) haben in ihrem virtuellen Kraftwerk erstmals einen kinetischen Energiespeicher in den kommerziellen Betrieb überführt.

30. November 2015

Es handelt sich um den auf Schwungradbasis betriebenen Speicher ›Durastor‹ des Jülicher Technologieunternehmens Stornetic. »Wir vermarkten den Energiespeicher von Stornetic als Teil unseres virtuellen Kraftwerks«, sagt Dr. Markus Henle, Projektleiter für das virtuelle Kraftwerk bei den Stadtwerken München (SWM). Genutzt werde er unter anderem zur Regelenergie und zum Ausgleich von Prognoseabweichungen.

Der eingesetzte Speicher erbringt eine Leistung von bis zu 600kVA bei circa 100kWh. Er besteht aus 28 Schwungrädern, die auf eine Geschwindigkeit von bis zu 45.000 Umdrehungen pro Minute beschleunigt werden können. Der Speicher arbeitet rein mechanisch: Dabei wird ein Rotor beschleunigt und so elektrische Energie als mechanische Energie gespeichert. Bei der Rückgewinnung fungiert der Motor als Generator und erzeugt durch das Abbremsen des Rotors elektrischen Strom.

Die SWM hatten ihr virtuelles Kraftwerk 2010 als Pilotprojekt mit eigenen Anlagen gestartet und es anschließend mit Anlagen Dritter erweitert. Derzeit umfasst es Energieträger wie Bioenergie, Wind-, Solar- und Wasserkraft. Darüber hinaus sind auch steuerbare Verbraucher integriert.

www.swm.de, www.stornetic.com

Erschienen in Ausgabe: 10/2015