VKU-Positionspapier zur Fortentwicklung des Energiekonzepts

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) unterstützt die Diskussion über eine Neubewertung der energiepolitischen Handlungsoptionen.

12. April 2011

In einem kürzlich vom Leitausschuss Energie verabschiedeten Positionspapier zur Fortentwicklung des Energiekonzepts spricht sich der VKU dafür aus, auf die Kernenergie bis spätestens 2020 vollständig zu verzichten und auf Erdgas als Brückentechnologie zu setzen. Zudem fordert der Verband, entsprechende Maßnahmen wie ein Kraftwerkserneuerungsprogramm oder Investitionsanreize für den Energienetzaus- und -umbau schnellstmöglich umzusetzen. Diese seien unentbehrlich, um das Energiesystem dezentraler zu strukturieren.

»Wir haben die Chance, entscheidende Fehler des Energiekonzepts zu beheben. Ein Vorzeichenwechsel für ein nachhaltiges, modernes und zukunftsgerichtetes Energiesystems ist zwingend notwendig«, so VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. »Die Abschaltung der sieben ältesten Meiler ist ein erster wichtiger Schritt. Das dreimonatige Moratorium darf allerdings kein Feigenblatt sein, um danach wieder einfach zur Tagesordnung zurückzukehren: Auch die restlichen Kernkraftwerke müssen bis spätestens 2020 abgeschaltet werden«, so Reck weiter.

Die wettbewerblichen Auswirkungen der Laufzeitverlängerung seien bisher von der Bundesregierung einfach ausgeblendet worden. »Das Energiekonzept in der bisherigen Form festigt das Oligopol der Konzerne auf Dauer«, so Reck. »Aber nur ein funktionsfähiger Wettbewerb führt dauerhaft zu mehr Effizienz und einer Energieversorgung, die ihren Preis wert ist. Wir benötigen ein Energiekonzept, dass eine breite gesellschaftliche Akzeptanz findet. Deshalb plädieren wir dafür, eine Akzeptanz-Initiative einzurichten«.