VKU vergibt Preis für zukunftsweisende Projekte

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat den VKU-Innovationspreis verliehen. Für ihre zukunftsweisenden Projekte erhielten unter anderem die Mainova und die Stadtwerke Konstanz die Auszeichnung.

28. März 2017

Die Stadtwerke Konstanz erhielten den Preis für ihr Mieterstrommodell, Mainova für das Projekt Aktiv-Stadthaus Frankfurt. Die weiteren Preisträger sind die Stadtwerke Trier für das Projekt Energieautarkes Hauptklärwerk, die Stadtwerke Schwedt für das Projekt Digitalisierung des ländlichen Raumes und der Abfallwirtschaftsbetrieb München für das Projekt Müllsammelfahrzeug Light II. Der VKU-Innovationspreis ist nicht dotiert.

Variable Tarife

Das Besondere am Mieterstrommodell der Stadtwerke Konstanz ist die Differenzierung nach tatsächlicher Stromnutzung und Stromerzeugung auf Basis von 15-Minuten-Werten. Hierdurch wird es für den Mieter möglich, anhand des tatsächlichen Stromverbrauchs finanziell zu profitieren und sein Verbrauchsverhalten an die Stromerzeugung anzupassen.

Ein Blockheizkraftwerk im Gebäude erzeugt neben Wärme auch Strom. Hinzu kommt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Die Stadtwerke verkaufen den Strom aus beiden Anlagen direkt an die Mieter. Da der Strom nicht durch das öffentliche Netz geleitet werden muss, entfallen bestimmte Abgaben, Umlagen, Netznutzungsentgelte und die Stromsteuer. Unterstützt wurde die Umsetzung des Modells aus Mitteln der Grüner-Strom-Zertifizierung.

Regionale Erezeugung

Das Mieterstrommodell mit variablen Tarifen auf Basis intelligenter Messsysteme verknüpfe zukunftsträchtige Geschäftsfelder auf Basis eines Energieliefer-Contracting, Telekommunikation mit Glasfaser und Smart Metering miteinander, heißt es in der Begründung der Jury: „Ziel war es, alternative und vor allem intelligente Vermarktungsmöglichkeiten für dezentral erzeugten Strom unter Einbeziehung von Mietern in Mehrfamilienhäusern zu finden und zur Produktreife zu führen."

Die Erzeugung sei komplett regional. Dadurch bleibe die Wertschöpfung vor Ort und die Kundenbindung wird gefördert. „Von Anfang an haben die Stadtwerke Konstanz auch geplant, dass die Produkte von anderen Unternehmen adaptierbar sind. Ihre Erfahrungen teilen sie zudem mit anderen kommunalen Unternehmen.“

Das Aktiv-Stadthaus ist ein Gemeinschaftsprojekt von Mainova und der Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding. Es ist laut den Unternehmen das europaweit erste Mehrfamilienhaus im Effizienzhaus Plus Standard.

Carsharing inbegriffen

Der Frankfurter Energieversorger hat dafür ein dezentrales Versorgungskonzept umgesetzt. Unter anderem hat der Energiedienstleister rund 1.100 Photovoltaik-Module an der Fassade und auf dem Dach installiert. Überschüssiger Strom wird in einer Batterie gespeichert und beispielsweise vor Ort für Carsharing mit Elektroautos von Book-n-drive genutzt.

Wärme aus dem Kanal

Wärme und Warmwasser wird über eine Wärmepumpe bereitgestellt, die mit dem gewonnenen Solarstrom betrieben wird.Die Wärmepumpe nutzt als Wärmequelle den nahegelegenen Abwasserkanal.

Die Bauweise ist auf einen möglichst geringen Energieverbrauch ausgelegt. Mieter können außerdem ihren Energieverbrauch mit der aktuellen Solarstromerzeugung abgleichen. Bauherr ist die ABG Frankfurt Holding.

„Die Partnerschaft zwischen der Energie- und Immobilienwirtschaft ist zukunftsweisend. Sie verbindet Branchen zum Zweck technologischer Innovation, koppelt Sektoren für mehr Klimaschutz und beteiligt die Mieter an den Vorteilen der Energiewende. Ich gratuliere der Mainova AG ganz herzlich zum VKU-Innovationspreis 2017“, so Juror Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, in seiner Laudatio.

Das Aktiv-Stadthaus verfügt über 74 Wohneinheiten im Effizienzhaus Plus Standard. Es ist Teil des Netzwerkes Effizienzhaus Plus.

Hintergrund

Der VKU-Innovationspreis wird alle zwei Jahre im Rahmen der Verbandstagung verliehen. Die Preisträger repräsentieren die Spannbreite und Vielfalt kommunalwirtschaftlichen Engagements großer, mittlerer und kleiner kommunaler Unternehmen. Entscheidend für die Verleihung des Preises sind fünf Auswahlkriterien, darunter Übertragbarkeit und Regionalität.