Vom Container zum Energietainer

Forscher arbeiten in Erlangen an einem System zur kompakten Speicherung großer Energiemengen. Laut Fraunhofer-Institut handelt es sich um ein weltweit einmaliges System für Langzeitspeicher mit Wasserstofftechnik.

22. August 2017

 

Das neuartige System soll Maßstäbe für die langfristige Speicherung großer Mengen an Energie setzen, und das auf extrem wenig Raum, heißt es.

 

Solarstrom zu Wasserstoff

 

„Das Grundkonzept besteht darin, aus überschüssiger elektrischer Energie, etwa von einer lokalen Photovoltaik-Anlage, Wasserstoff zu erzeugen und diesen in einem organischen Trägerstoff sicher und kompakt – auch über längere Zeiträume – zu speichern“, so das Fraunhofer IISB in einer Mitteilung.

 

Für die spätere Nutzung könne der Wasserstoff wieder aus dem Trägerstoff freigesetzt und mit einer Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt werden.

 

Die Brennstoffzelle wurde bereits im April als erster Hauptbestandteil des Energiespeichersystems in Betrieb genommen.

 

Mit den eingebauten Komponenten können 25 Kilowatt an elektrischer Leistung ausgespeichert werden.

 

PEM-Zelle

 

Das eingesetzte Brennstoffzellensystem beruht auf der sogenannten Niedertemperatur-PEM-Technologie.

 

Die PEM-Bauweise ermöglicht es grundsätzlich, die Brennstoffzelle innerhalb weniger Minuten aus dem ausgeschalteten Zustand heraus in den Betriebszustand zu versetzen. Schnelle Betriebsbereitschaft ist etwa für die spätere Abdeckung von Lastspitzen in Industriebetrieben wichtig.

 

Der zur Wasserstoffspeicherung verwendete flüssige Trägerstoff ist in der Fachsprache als LOHC (Liquid Organic Hydrogen Carrier) bekannt.

 

Der Trägerstoff ist in der Industrie schon weitläufig im Einsatz als Thermoöl für die Beheizung und Kühlung von Prozessen.

 

600 kWh gespeichert

 

„Im Container in Erlangen können derzeit etwa 300 Liter LOHC gelagert werden, was einer im Wasserstoff gespeicherten Energie von fast 600 Kilowattstunden entspricht“, so das Fraunhofer-Institut.

 

Das reiche aus, um den Strombedarf eines kleineren Industriebetriebs über mehrere Stunden zu decken.

 

Über zusätzliche Tankbehälter lässt sich den Angaben zufolge die gespeicherte Energiemenge jedoch leicht um ein Vielfaches erhöhen.

 

Somit können beispielsweise auch größere Betriebe, Rechenzentren oder Krankenhäuser über längere Zeiträume versorgt werden.