Von der Zapfsäule direkt aufs Handy

TANKSTELLE Ein neues Service-Portal stellt neben dem reinen Abruf von Daten auch viele wichtige Managementfunktionen zur Verfügung.

14. November 2006

Um ihren Kunden auch serviceseitig höchstes Niveau anbieten zu können, hat die Firma GreenField Mitte dieses Jahres das Customer Service Portal (CSP) in Betrieb genommen. Das auf den Corporate Service Portalen der Schweizer Firma Avelon Cetex AG basierende Fernüberwachungs- und Fernalarmierungssystem fungiert als Schnittstelle zwischen der Betankungsstation und dem Betreiber oder dem verantwortlichen Servicetechniker.

„Ohne zusätzliche Hardware oder Software liefert es präzise Zustandsinformationen der Erdgastankstelle“, betont GreenField. Für den Betrieb genügt ein Rechner oder ein Smartphone mit Internet-Zugang und Standard-Webbrowser. Das Steuerungssystem verfügt über eine intelligente Kommunikationsschnittstelle, über die die M2M-Kommunikation - per konventioneller Telefonleitung oder Mobilfunk - mit dem Serviceportal abgewickelt wird.

Daten zur Kompressorlaufzeit

Das Portal stellt dabei grundlegende Informationen, wie die Liveabfrage von Zuständen der Tankstellen-Steuerung, die Langzeit-Archivierung von Informationen, das Anlagen-Betriebshandbuch, Daten zu Kompressorenlaufzeiten oder auch die automatische Alarmierung der Verantwortlichen im Störfall, zur Verfügung.

Schon bisher diente das in GreenField-Tankstellen der neuen Generation installierte Seka Monitorprogramm (SEMON) als eine reine Servicesoftware für den Fernzugriff durch speziell geschultes Servicepersonal. Mit Semon ist der direkte Steuerungszugriff auf die Seka-Steuerung möglich, beispielsweise um für einen Notbetrieb bestimmte Sensoren kontrolliert abzuschalten.

„Dem Tankstellenbetreiber wird mit dem neuen Serviceportal nunmehr eine umfassende Lösung für den Abruf von Anlageninformationen bereitgestellt, die neben dem reinen Datenabruf von der Steuerung zusätzliche Management- Funktionalität anbietet“, erläutert GreenField. Zusammengeführt würden die Abfrage von Livemesswerten, anlagenbegleitender Informationen, wie Standortkarten, Anlagenschemata und Alarmarchive.

Schnelle Reaktion im Störfall

Die innovative Service-Dienstleistung nutze damit die zahlreichen Vorteile aus, „die eine datenbankgestützte Internet- Plattform bieten kann“, stellt der Hersteller von Erdgastankstellen heraus. „Dazu gehören zentrale Daten- und Informationsarchivierung, hohe Geschwindigkeit und geringste Kommunikationskosten beim Datenabruf sowie bei der Nutzung der Zusatzservices, örtliche Unabhängigkeit sowie flexible und leicht modifizierbare Alarmierungsprozesse.“ Ein Zugriffsschutz stellt sicher, dass das Portal den jeweiligen Benutzern zwar in mehreren Sprachen aber nur für die ihnen zugewiesenen Tankstellen zur Verfügung steht.

Im Falle einer Störung, etwa an der Zapfsäule, kommt es auf eine schnelle und zielgerichtete Reaktion an, um die Anlage möglichst umgehend wieder in Betrieb zu nehmen. Bereits kurz nach Auftreten des Alarms startet das Serviceportal über das Alarm-Gateway die anlagenspezifische Alarmeskalation - abhängig von eingestellter Zuständigkeit, Bereitschaftszeit und Alarmierungsart.

Für eine Tankstellenkette bedeutet dies, dass eine Klartext-Alarmmeldung sowohl an den Tankstellenbetreiber als auch an einen regional zuständigen Servicetechniker gesendet werden kann. Jeder Eskalationsschritt anhand des vorgegebenen Alarmpfads wird im Serviceportal protokolliert. Ist der Einsatz eines Spezialisten unumgänglich, kann dieser umgehend angefordert werden. Alternativ können seitens GreenField dem Betreiber Notmaßnahmen empfohlen werden, die auch im gravierenden Störfall eine Fortsetzung eines Tankstellen-Grundbetriebs gestatten.

BiogasErste Tankstelle

Anfang Juli eröffnete in Jameln (Wendland) die erste Biogas- Tankstelle Deutschlands. 100 m3 Biogas pro Stunde werden dabei aus einer örtlichen Biogasanlage für die Treibstofferzeugung abgezweigt. Bevor das Biogas in einen Autotank gezapft werden kann, ist jedoch eine Gasaufbereitung erforderlich. Ein Waschverfahren mit organischen Waschmitteln senkt den Schwefelwasserstoffgehalt auf unter 5 ppm und bringt den Methananteil auf 96 Vol.-%. Das gereinigte Gas hat damit praktisch Erdgasqualität.

Erschienen in Ausgabe: 11/2006