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Wärme aus nah und fern

In Deutschland steigt die Zahl der Haushalte, die Heizwärme und Warmwasser über ein Wärmenetz beziehen. Jedes Jahr kommen rund 75.000 neue hinzu, so das KEA-Kompetenzzentrum Wärmenetze. Die Experten haben einen Leitfaden für nachhaltigen Wärmenetzbetrieb erarbeitet.

30. Mai 2018

Der Leitfaden zeigt neue technologische Entwicklungen, finanzielle Förderungen und erfolgreiche Beispiele, wie der Umstieg auf die Wärmenetze der vierten Generation gelingen kann, so die KEA.

 

„In Baden-Württemberg bezuschusste das Land jüngst zwölf solcher effizienten Wärmenetze. Auch europaweit zeigen sich erste Erfolge beim Ausbau: Das Marktwachstum liegt dort bei derzeit 35 Prozent“, so die KEA in einer Mitteilung.

 

Der Anteil der Nah- und Fernwärme am Endenergieverbrauch der deutschen Haushalte liegt derzeit bei knapp 14 Prozent. Das entspricht rund 5,7 Millionen Haushalten.

 

Um den Anteil zu steigern zu machen, fördert der Bund laut KEA seit Juli 2017 besonders energieeffiziente Modellvorhaben.

 

Förderung

 

Fördergelder für Wärmenetze gibt es auch über das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG).

 

Neben der Stromvergütung für KWK-Anlagen und der Förderung von Wärme- und Kältespeichern sieht das KWKG eine investive Förderung für Wärmenetze vor.

 

In Baden-Württemberg hat das Umweltministerium weitere 2,4 Millionen Euro bereitgestellt, um den Fernwärmeausbau zu forcieren. Das Programm ist auf sechs Jahre angelegt.

 

„Die Realisierung von Wärmenetzen der vierten Generation bedeutet die konsequente Optimierung des Gesamtsystems“, sagt Helmut Böhnisch, Leiter des KEA-Kompetenzzentrums Wärmenetze.

 

Zu den nötigen Optimierungsmaßnahmen gehören nach seinen Worten unter anderem die Nutzung von Wärmequellen auf Niedertemperaturebene wie Abwärme und Solarthermie, darauf abgestimmte Verteilnetze mit gut gedämmten Rohren und niedrigen Rücklauftemperaturen.

 

In Gebäuden sollte ein hydraulischer Abgleich des Heizungssystems erfolgen. „Wichtig ist auch die Einbindung von modernen Speichern“, so Böhnisch.

 

Diese Faktoren helfen, die Kosten von Wärmenetzen zu senken, heißt es.

 

Best Practice

 

In Dänemark liegt der Anteil der Nah- und Fernwärme an der Wärmeversorgung von Gebäuden bereits heute bei 63 Prozent, so die KEA.

 

Wie große solarthermische Anlagen erfolgreich integriert werden können, zeigen auch Beispiele in Deutschland.

 

Im Bioenergiedorf Hallerndorf nördlich von Nürnberg wird Wärme mit Pellets und Solarthermie zu 100 Prozent regenerativ erzeugt.

 

„Solche Projekte funktionieren jedoch nur dann, wenn beim Wärmenetz und bei der Anlagentechnik alle Stellschrauben zur Optimierung ausgenutzt sind“, so die KEA.

 

Dazu gehören unter anderem die Absenkung der Rücklauftemperaturen. Hinzu kommen der konsequente Einsatz von Doppelrohren mit einer Vor- und Rücklaufleitung in einem Isolationskörper und bessere Rohrdämmungen.

 

Der Leitfaden steht zum Download unter www.energiekompetenz-bw.de/waermenetze

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