KOHLEAUSSTIEG

Wärmespeicher – Ein sauberer Weg aus der Kohle?

Können Kohlekraftwerke zu thermischen Akkus im Großmaßstab umgebaut werden? Dieser Frage geht ein Pilotprojekt des DLR nach.

08. März 2019
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(Bild: patpitchaya – stock.adobe.com)

Der Erfolg der Energiewende hängt von der Entwicklung neuer Speichertechnologien ab. Darum soll an einem Kraftwerksstandort im Rheinischen Revier ein Wärmespeicherkraftwerk als Reallabor errichtet werden, heißt es in einer DLR-Mitteilung. Ziel des Baus und Betriebs dieser Pilotanlage ist es, Flüssigsalz-Wärmespeicher einem umfassenden Praxistest zu unterziehen.

»Thermische Speicher bieten das Potenzial, ideale Energiespeicher im Gigawattstunden-Maßstab zu sein«, erläutert André Thess, Direktor des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik. »Wir brauchen leistungsstarke Energiespeicher mit hohem Wirkungsgrad, die zugleich ortsunabhängig und kostengünstig sind. Nur mithilfe der Speicherung können die starken Schwankungen bei der Wind- und PV-Produktion ausgeglichen und die ebenfalls hochdynamische Energienachfrage gedeckt werden, so Thess.

Weiternutzen statt Abriss

Laut DLR biete es Vorteile, bestehende Kraftwerke zu großen Speicherkraftwerken umzubauen. Mit der Nachnutzung kann ein Großteil der bestehenden Kraftwerkstechnik erhalten bleiben. So kann die bestehende Kraftwerksinfrastruktur wie beispielsweise Netzanschlüsse und Turbinen weitergenutzt werden.

Als Zwischenschritt auf dem Weg zum kohlenstoffdioxidfreien Third Life – nach einem ersten Leben als Kohle- und dem zweiten als Gaskraftwerk – ist zunächst ein Hybridkraftwerk denkbar, in dem ein Mix aus wärmespeicher- und gasbefeuertem Dampf den Strom generiert, heißt es.

Forschung an Hochtemperaturspeichern

Als erfolgsversprechendes Speichermedium stellte sich Flüssigsalz heraus. Salz wäre in mehrerlei Hinsicht ideal: Es ist kostengünstig, weltweit verfügbar und kann in flüssiger Form bei Temperaturen zwischen 170 und 560 Grad Celsius eingesetzt werden. Wärmeenergie in Flüssigsalz zu speichern, testeten die DLR-Forscher ab September 2017 mit der Testanlage Tesis in Köln.

Kohlekommission

Im Januar hatte die Kohlekommission der Bundesregierung eine erste Skizze für den geplanten Ausstieg aus der Kohleverstromung vorgelegt. Hier die Details zum Nachlesen.