Wärmstens zu empfehlen

Die Duisburger Stadtwerke setzen die neue Unternehmensstrategie um. Ein Kohlekraftwerk des Unternehmens wird stillgelegt. An einem anderen Kraftwerk lässt der Versorger einen Fernwärmespeicher bauen, um Strom- und Wärmeproduktion zu entkoppeln. Die Speichertechnik basiert auf einer Erfindung aus Schweden.

02. Mai 2017

 

„Im Sommer ist der Wärmespeicher in der Lage bis zu 70 Stunden lang die Fernwärmeversorgung für die Stadt Duisburg aufrechtzuerhalten“, so das Unternehmen.

 

Zwei-Zonen-Technik

 

Der 43.000 Kubikmeter Wasser fassende Speicher gehört den Angaben zufolge mit zu den ersten Wärmespeichern in Deutschland, bei denen die moderne Zwei-Zonen-Speichertechnologie zum Einsatz kommt, so die Stadtwerke.

 

Beim Zweizonenspeicher ist das Speichervolumen durch ein Zwischendach in eine obere und eine untere Zone geteilt, die über Leitungen miteinander verbunden sind. In der oberen Zone befindet sich 60 bis 90 Grad warmes Wasser, das durch sein Eigengewicht einen Druck erzeugt.

 

Drucklos trotz Siedepunkttemperatur

 

Dieser sorgt dafür, dass das über 100 Grad heiße Wasser in der unteren Zone nicht anfängt zu kochen. Damit erlaubt die Zweizonenbauweise die Speicherung von Wasser mit Temperaturen über 100 Grad in einem drucklosen Behälter.

 

Die Zwei-Zonen-Technik ist eine Erfindung des schwedischen Ingenieurs Dr. Hebäck. Der Anlagenbauer Bilfinger VAM hat die Patente übernommen. Mit dieser Technik können Wärmespeicher mit Temperaturen über 100°C drucklos gebaut werden.

 

Fernwärmeschiene Niederrhein

 

Noch mehr Flexibilität erzielen die Stadtwerke zukünftig über eine derzeit im Bau befindliche neue Anschlussleitung zur Fernwärmeschiene Niederrhein.

 

Über diese wird zusätzlich der Zugang zu industrieller Abwärme ermöglicht, über die die Stadtwerke dann in der wärmeren Jahreszeit klimafreundliche Wärme an Kunden liefern können, ohne dass das Kraftwerk gleichzeitig Strom produzieren muss.

 

Aus für Kraftwerk Hochfeld

 

Das am Unternehmenssitz in Hochfeld betriebene Steinkohlekraftwerk wollen die Stadtwerke im Frühjahr 2018 stilllegen.

 

Zahlen und Fakten zum Fernwärmespeicher (Quelle: Stadtwerke Duisburg)

Bauart: Atmosphärischer Zwei-Zonen-Speicher

Bauzeit: Circa 20 Monate

Geplante Inbetriebnahme: Ende 2018

Investitionen: Rund 20 Millionen Euro

Höhe: 44 Meter

Durchmesser: 36 Meter

Fassungsvermögen: Circa 43.000 Kubikmeter Wasser

Einspeichertemperatur: Über 100 Grad Celsius

Wärmekapazität: 1.450 Megawattstunden