energie-KOMMUNE

Waiblingen geht mit gutem Beispiel voran

Die Agentur für Erneuerbare Energien hat die Stadt Waiblingen als Energie-Kommune ausgezeichnet. Grund ist der ambitionierte Stadtentwicklungsplan der Stadt.

23. April 2019
Waiblingen geht mit gutem Beispiel voran
(Bild: Stadt Waiblingen)

Er sieht vor, bis zum Jahr 2030 die CO2-Emissionen gegenüber 2005 um 50 Prozent zu verringern. „Die Kreisstadt leistet trotz ihrer geringen Fläche einen erheblichen Beitrag zur dezentralen Energiewende“, erklärt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), zur Auszeichnung der Energie-Kommune des Monats.

Zur Umsetzung des Stadtentwicklungsplans wurde bereits im Jahr 2006 eine Solaraufbaupflicht eingeführt, die auch der Gemeinderat von Anfang an mitgetragen hat. So ergab sich die Chance, für Neubaugebiete mindestens 50 Prozent der geeigneten Dachflächen mit Solaranlagen auszustatten.

„Die Stadt Waiblingen ist in der Regel Eigentümer der Baugrundstücke. So lassen sich im jeweiligen Bebauungsplan eine Aufbaupflicht sowie eine privatrechtliche Verpflichtung für die Erwerberinnen und Erwerber des Grundstücks verankern. Der Startschuss für die Erneuerbaren fällt demnach schon mit dem Bebauungsplan“, so die AEE in einer Mitteilung.

Mehr als 500 PV-Anlagen

Mit Erfolg, wie sich zeigt: Seit 2006 sind in elf Wohngebieten und neun Gewerbegebieten weit über 550 Solaranlagen auf den Dächern installiert worden. Die Stadt Waiblingen hat auch dadurch die erneuerbare Stromerzeugung von 430 Megawattstunden im Jahr 2006 auf 8.860 Megawattstunden im Jahr 2018 erhöhen können.

Die Solaraufbaupflicht gilt aber nicht nur beim Neubau: Auch bei der Sanierung von städtischen Dächern kommt der Wille zur Energiewende zum Tragen, sodass die Stadt den Aufbau von Solaranlagen auch verwaltungsintern fördert. 32 städtische Gebäudedächer sind bereits mit Solaranlagen ausgestattet.

Dazu zählen unter anderem Schulen und Kindertagesstätten, Turnhallen und das Rathaus. Insgesamt erzeugen die Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden so eine Leistung von knapp 1000 Kilowattstunden. Auch die Bürgerinnen und Bürger sind beteiligt und haben in die Bürgersolarstromanlage auf dem Rathaus investiert.

Mit der Solaraufbaupflicht hat Waiblingen einen rechtsgültigen Rahmen für die Energiewende und den flexiblen Ausbau von Erneuerbaren Energien geschaffen.

Wärme

Engagement beweist die Energie-Kommune auch beim Thema Wärme. Sie nutzt Holzhackschnitzel-Anlagen, Solarthermie und anfallendes Klärgas des städtischen Klärwerks im Heizkraftwerk zur Wärmeversorgung.