Was bringt das Diesel-Urteil?

Der Richterspruch zu möglichen Dieselfahrverboten in Deutschland stößt bei Fuhrparkbetreibern auf Ablehnung. Das ergab eine Umfrage.

06. März 2018

Fast drei Viertel der Umfrageteilnehmer bewertete den Urteilsspruch negativ, darunter 43 Prozent als ‚gar nicht gut‘ und 29 Prozent als ‚weniger gut‘, so der Branchendienst Data Force in einer Mitteilung.

 

Demnach begrüßten nur 12 Prozent der Befragten das Urteil als ‚sehr gut‘.

 

„Auffällig ist dabei, dass der größte Anteil an positiven Einschätzungen von Teilnehmenden ohne Bezug zur Automobilindustrie kam, während die Einschätzung der Fuhrparkbetreiber schlechter ausfiel als im Durchschnitt“, so Data Force.

 

70 Prozent erwarten Fahrverbote und weniger Diesel

 

Den Angaben zufolge stehen bei den erwarteten Auswirkungen des Urteils Dieselfahrverbote an erster Stelle. Laut Data Force sei das ein Indiz dafür, dass infolge des Urteils die Nachfrage nach gebrauchten Euro 5 und älteren Dieselfahrzeugen weiter einbricht.

 

So erwarten 70 Prozent der Befragten, dass einige Städte nun Einschränkungen verhängen werden, heißt es.

 

Dicht gefolgt von den Fahrverboten rechnen 69 Prozent der Befragten mit einem Rückgang von Neuzulassungen bei Dieselfahrzeugen. 44 Prozent erwarten, dass infolge des Urteils private oder Flottenfahrzeuge ausgetauscht werden.

 

Umweltschutzwirkungen

 

Weniger als 26 Prozent sehen durch das Urteil als Auslöser für einen Umstieg auf umweltfreundliche Technologien. Skeptisch sind laut Data Force insbesondere diejenigen, die gleichzeitig von einem Rückgang der Diesel-Neuzulassungen ausgehen.

 

Werden durch das Urteil mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen?

 

Nur 7 Prozent der Fuhrparkleiter und genau einer der 18 an der Umfrage teilnehmenden Mitarbeiter aus der Automobilindustrie halten dies für realistisch. Im Gegensatz dazu erwarten immerhin 23 Prozent der Befragten, die keinen Bezug zur Autoindustrie haben, eine verstärkte Nutzung von Bus und Bahn.

 

Die Onlinebefragung lief laut Data Force zwischen dem 27.02. und dem 01.03. 2018. Unter den 299 Teilnehmenden waren unter anderem 154 Fuhrparkleitende und Mitarbeiter/innen in der Fuhrparkverwaltung, 62 Personen, die einen Dienstwagen fahren, sowie 65 Personen, die angaben, keinen speziellen Bezug zur Automobilindustrie zu haben.

 

Übersicht: Welche Alternativen gibt es?

 

Vorige Woche hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass Fahrverbote für Dieselautos in Deutschland grundsätzlich möglich sind.

 

Energiespektrum hat eine Übersicht mit allen Alternativen zu Diesel und Benzin zusammengestellt.