Was bringt Outsourcing: Entlastung oder Entlassung?

1 Antwort bitte

Ganz eindeutig Ersteres. Angesichts zunehmender Komplexität der energiewirtschaftlichen Prozesse und steigendem Kostendruck kommen EVU heute kaum umhin, sich mit dem Thema Outsourcing auseinanderzusetzen.

26. April 2013

Angesichts zunehmender Komplexität der energiewirtschaftlichen Prozesse und steigendem Kostendruck kommen EVU heute kaum umhin, sich mit dem Thema Outsourcing auseinanderzusetzen. Sowohl die Anzahl entsprechender Ausschreibungen als auch der erhöhte Wettbewerb im Dienstleistungsmarkt untermauern den wachsenden Bedarf an gezielter Unterstützung im Tagesgeschäft. Ob Lieferant oder Netzbetreiber: Für viele Unternehmen ist es inzwischen schlicht und ergreifend nicht mehr rentabel, alles in Eigenregie zu bewältigen. Denn die verschärften Auflagen von Bundesnetzagentur und Co. erfordern nicht nur einen enormen personellen Aufwand bei der inhaltlichen Aufarbeitung der gesetzlichen Vorgaben. Auch eine entsprechende Anpassung der zugrunde liegenden ITK-Landschaft treibt die Kosten in die Höhe.

Es gehört zum Kerngeschäft eines Dienstleisters, Energieversorgern diese Last abzunehmen und zu jedem Zeitpunkt Vorgabenkonformität und umfassende Effizienz bei der Abwicklung einzelner Marktabläufe sicherzustellen. In der Folge profitiert der Auftraggeber von maximalem Investitionsschutz bei gleichzeitiger Prozessoptimierung. Dennoch verwundert es nicht, dass die eigenen Mitarbeiter den wirtschaftlichkeitsorientierten Entscheidungen auf Managementebene oft kritisch gegenüberstehen. Aktuelle Medienberichte betonen immer wieder die Volatilität des Arbeitsmarkts und schüren die Angst des Jobverlustes zusätzlich – unabhängig von der Branche.

Die Herausforderung auf Unternehmensseite besteht in dieser Situation darin, ein Modell der externen Unterstützung zu finden, das die jeweiligen Interessen bestmöglich in Einklang bringt. In diesem Zusammenhang kann nicht zuletzt hinsichtlich der Dienstleistungstiefe abgestuft werden. Ein Lösungsszenario eröffnet beispielsweise die reine Systembereitstellung durch den Dienstleister – während die Verantwortung der fachlichen Prozesse, etwa im Zuge von Abrechnung oder Messdienstleistung, weiterhin in den Händen der eigenen Mitarbeiter liegt. Auf diese Weise birgt die Beauftragung eines Partners keine Gefahr für bestehende Arbeitsplätze. Das größte Risiko für diese Arbeitsplätze besteht eher darin, sich den Veränderungen des Marktes zu verschließen und dadurch die eigene Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel zu setzen. Davon wären auf lange Sicht alle Mitarbeiter betroffen.

www.countandcare.de

Zitat

»Riskant für Arbeitsplätze ist es eher, sich den Veränderungen des Marktes zu verschließen.«

Jürgen Lindstädt, Count+Care

Erschienen in Ausgabe: 04/2013