Was heißt Smart Meter auf Deutsch?

Management

Öffentlichkeitsarbeit - Smart Metering oder intelligente Messsysteme sind weiten Teilen der Gesellschaft kein Begriff. Das haben Umfragen ergeben. Was heißt das für die Kommunikation der Energieversorger mit Endkunden?

25. April 2017

In Deutschland beginnt 2017 ein neues Zählerzeitalter. An der Mehrzahl der Ostdeutschen ist dies bislang vorbeigegangen. 59 Prozent der Bevölkerung hat noch nie etwas von intelligenten Stromzählern gehört. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage im Auftrag von Envia M unter mehr als 750 Bürgern. Die neuen Messgeräte sind künftig bei allen Stromkunden mit einem Verbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden pro Jahr Pflicht.

Nischenthema

Smart Metering war und ist in der Bevölkerung ein Nischenthema, das vorwiegend bei älteren Männern und Personen mit hohem Bildungsgrad auf Interesse stößt, so das Beratungsunternehmen Hitschfeld in einer Mitteilung. Die Firma aus Leipzig stellte im April quasi zeitgleich wie Envia M die Ergebnisse einer Erhebung zum Bekanntheitsgrad digitaler Messtechnik der Öffentlichkeit vor.

auf den kontext kommt es an

»Daraus folgt für die Ansprache der Bürgerinnen und Bürger, dass es wenige Anknüpfungspunkte für strategische Kommunikationsmaßnahmen gibt«, so das Beratungsunternehmen, das auf Kommunikation spezialisiert ist.

Die Resultate belegen, dass das Thema in weiten Teilen der Gesellschaft bislang nicht angekommen ist.

Wird das Thema Smart Meter in den Kontext der Digitalisierung – und damit einem übergeordneten Zusammenhang – gestellt, erscheint es als eine Facette auf dem Weg in den digitalen Alltag, heißt es.

Datenschutz

»Für Kommunikations-Experten ist dieser Befund ein wertvoller Ansatz, an dem sich entsprechende Maßnahmen orientieren sollten«, so Hitschfeld.

Auch der Datenschutz sowie die Anbieter, von denen die Geräte bezogen werden, seien den Angaben zufolge für die Befragten wichtig. Demnach verdeutlichen die Umfrageergebnisse, dass die Einführung der Smart Meter von konsistenten Kommunikationsstrategien begleitet werden müsse.

In Etappen vorgehen

Folgerichtig muss die Kommunikation auf die verschiedenen Etappen des Rollouts abgestimmt sein, denn nur so kann die widerspruchsfreie Einführung der neuen Technologie gelingen, so Hitschfeld. Derzeit ist es nicht erkennbar, dass die Masse der Kunden bereit ist, sich die Vorteile der Smart-Meter-Technik zu erschließen. Um diese zu wecken, bedarf es einer erheblichen Kommunikationsanstrengung. Die Experten raten in diesem Zusammenhang zu insgesamt vier Schritten. Erstens: Einbindung der Smart-Meter-Kommunikation in das übergeordnete Thema Digitalisierung der Gesellschaft. Zweitens: Beseitigung der begrifflichen Unschärfe. Erläuterungen zu Begriffen wie ›moderne Messeeinrichtung‹ und ›intelligente Messsysteme‹ und der möglichen Verknüpfung miteinander an die Hand geben.

Nutzen betonen

Drittens: Herausstellen des gesellschaftlichen Nutzens der Technologie für die Energiewende und der individuellen Vorteile für Kunden, die für die große Masse erst über einen längeren Zeitraum eintreten werden.

Viertens: Datenschutz und Sicherheit von Beginn an in die Kommunikation einbauen und Voraussetzungen und Rahmenbedingungen regelmäßig wiederholen sowie eine Kontaktstelle für Fragen anbieten. (hd)

Erschienen in Ausgabe: 04/2017