Weder teurer noch billiger

Die Preise für die unterschiedlichen Energiegüter werden innerhalb der nächsten sechs Monate stagnieren. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Befragung von Energiemarktexperten in Deutschland, dem ZEW Energiemarktbarometer.

08. August 2017

Im Einzelnen erwartet demnach die Mehrheit der Befragten gleichbleibende Großhandelspreise für Strom mit 71 Prozent, Rohöl mit 77 Prozent, Erdgas mit 81 Prozent und Kohle mit 79 Prozent.

Mittelfristig könnten Preise steigen

Die mittelfristigen Einschätzungen sehen anders aus: Drei Viertel der Experten rechnen mit steigenden Strompreisen in den nächsten fünf Jahren. Ähnlich eingeschätzt werden auch die weltweiten Rohölpreise mit 67 Prozent und die Erdgaspreise in Deutschland (63 Prozent).

Kohle stagniert

Anders gestaltet sich das Bild bei den Kohlepreisen: Hier erwarten 31 Prozent der Befragten sinkende Preise und nur rund ein Viertel steigende Preise in der mittleren Frist. Die relative Mehrheit von 43 Prozent geht  weiterhin von stagnierenden Preisen auch in der mittleren Frist aus.

Im Vergleich zur Erhebung im November 2016 sind die Preiserwartungen bei Strom, Erdgas und Rohöl über die mittlere Frist nahezu unverändert geblieben. In der kurzen Frist erwarteten die Experten in der Erhebung zuvor zwar ebenfalls mehrheitlich stagnierende Preise, jedoch hat auch rund ein Drittel bei Strom und Rohöl steigende Preise erwartet.

Dieser Anteil ist in der aktuellen Befragung auf 18 Prozent beziehungsweise 17 Prozent gefallen. Bei den kurzfristigen Erdgas- und Kohlepreiserwartungen ist diese Entwicklung ebenfalls zu beobachten – die Änderungen sind allerdings wesentlich geringer, so das ZEW.

Emissionsrechte

Mit Blick auf europäische CO2-Emissionsrechte erwarten rund zwei Drittel der Experten/-innen einen Preis zwischen fünf und zehn Euro pro Tonne CO2 in den nächsten sechs Monaten. Bei einem aktuellen Preis von zirka fünf Euro pro Tonne CO2 entspricht das Erwartungen von stagnierenden bis leicht steigenden Preisen.

18 Prozent halten sogar einen Preis unterhalb von fünf Euro für wahrscheinlich. Im Vergleich zur vorangegangenen Befragung ist das ein Zuwachs von sechs Prozentpunkten. Rund ein Drittel der Befragten erwartet mittelfristig Preise in Höhe von zehn bis 15 Euro pro Tonne.