Weltklimarat IPCC verabschiedetSachstandsbericht

Der Weltklimarat IPCC hat am 2. November seinen Synthesebericht aus den drei Klimaberichten seit September 2013 und zwei Sonderberichten zu Extremwetter veröffentlicht. Der Bericht bestätigt, dass sich das Klima gegenwärtig ändert und dass dies vorwiegend auf menschlichen Einflüssen beruht. Die Folgen des Klimawandels seien bereits heute zu beobachten.

03. November 2014

Vor allem in natürlichen Systemen der Kontinente und Ozeane, aber auch in sozio-ökonomischen Systemen. Der Synthesebericht gilt als Schlüsselbericht der weltbesten Klimawissenschaftler: Seit 2010 arbeiten mehr als 3.000 Experten aus mehr als 70 Ländern am Gesamtbericht, davon mehr als 100 aus Deutschland.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka sehen Deutschland in einer zentralen Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels. Die Bundesrepublik sei nicht nur bei der Erforschung und Entwicklung der Grundlagen, Strategien und Lösungsmöglichkeiten ein weltweit führendes »Klimaschutz-Labor«. Mit der Energiewende sei Deutschland auch ein praktisches Beispiel für die Anwendung von Technologien, die den Klimaschutz weltweit voranbringen können.

»Der Bericht ist alarmierend und ermutigend zugleich. Alarmierend sind die dramatischen Folgen des Klimawandels, an dessen Ursachen es keinen ernsthaften Zweifel mehr gibt. Ermutigend ist dagegen: Wir kennen die Werkzeuge, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Bis Mitte des Jahrhunderts muss die globale Energieversorgung weitgehend klimaneutral sein. Dafür steuern wir mit unserer Energiewende wichtige Technologien und Erfahrungen bei«, so Bundesumweltministerin Hendricks.

»Deutschland kann international eine wichtige Rolle spielen, wenn wir zeigen, dass Klimaschutz in einem Industrieland funktioniert. Deshalb ist es so wichtig, dass wir unser nationales Ziel erreichen, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu mindern. Die Staatengemeinschaft muss jetzt alles daran setzen, 2015 in Paris ein ambitioniertes Klimaschutzabkommen zu verabschieden. Eine weitere Verzögerung wäre unverantwortlich. Die EU hat sich gerade ein ambitioniertes Klimaziel von mindestens 40 Prozent bis 2030 gesetzt. Jetzt müssen die anderen großen Staaten nachlegen«, so Hendricks weiter.

»Der IPCC-Bericht schärft unser Bewusstsein, dass wir gerade durch Forschung unser Klima positiv beeinflussen können. Die Entwicklung der stromsparenden LED-Beleuchtung ist dafür ein gutes Beispiel. Als Bundesregierung unterstützen wir die Wissenschaft dabei und fördern ganz bewusst die Entwicklung nachhaltiger Technologien«, so Bundesforschungsministerin Wanka. Als weiteres Beispiel nannte Wanka die Automatentechnologie. Weltweit steige der Einsatz von Dienstleistungsautomaten rasant, allein in Deutschland gab es 2008 circa 2 Mio. mit einem jährlichen Energieverbrauch von rund 1.600 GWh, was einem CO2-Ausstoß von knapp 1 Mio. t entspricht. Mit Hilfe des Bundesforschungsministeriums konnte eine neue Technologie entwickelt werden, die allein bei Ticketautomaten rund 50 % weniger elektrischer Energie bedarf. »Ohne Forschung werden wir die Energiewende nicht schaffen. Wir müssen weitere Einsparpotenziale aufdecken und nutzen«, so Wanka.

Der Synthesebericht kann hier (externer Link) abgerufen werden.