Wemag-Speicher geht in Schwerin in Betrieb

In Schwerin hat ein Batteriespeicher den Betrieb aufgenommen, der laut Hersteller das europaweit erste kommerzielle Batteriekraftwerk ist. Der 5 MW Lithium-Ionen Speicher wurde von Younicos konzipiert und kommt beim Schweriner Ökostromversorger Wemag nun zum Einsatz.

17. September 2014

Die Riesenbatterie mit 5 MW Leistung ist aus 25.000 einzelnen Lithium-Ionen-Akkus zusammengefügt. Sie dient dazu, kurzfristig kleinste Netzschwankungen, auch Flatterstrom genannt, auszugleichen, die eine Folge der dezentralen Stromproduktion sind. Mit der vollautomatischen Anlage stabilisiert erstmals in Europa eine eigenständige Batterie kurzfristige Schwankungen der Netzfrequenz mit Regelleistung. So sorgt sie dafür, dass Wind- und Sonnenstrom sicher in das bestehende Netz integriert werden können. »Eine veränderte Energieerzeugung erfordert eben neue Technologien«, betont Thomas Pätzold, Vorstand des kommunalen Energieversorgers und künftigen Batterieparkbetreibers Wemag.

Clemens Triebel, Technischer Vorstand von Younicos, ergänzt: »Bislang wird unser Stromnetz größtenteils von inflexiblen Kohlekraftwerken stabilisiert, die dafür aber ein Vielfaches der tatsächlich benötigten Ausgleichsleistung produzieren müssen und die Netze demzufolge mit Strom aus fossilen Energieträgern blockieren. Dadurch wird ungewollt Energie aus Wind und Sonne abgeregelt. Diesen volkswirtschaftlichen Schaden vermeidet unser Batteriepark, weil er sich deutlich schneller und genauer steuern lässt als ein thermisches Kraftwerk.«

Das Bundesumweltministerium förderte das Projekt mit 1,3 Mio. €.