Wenn das E-Auto Standard wird

Totgesagte leben länger, heißt es. Gilt das auch für die Elektromobilität? Der VDE hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die Topologien für Lastmanagement erarbeitet. Unter anderem E-Autos sorgen für Handlungsbedarf.

21. August 2017

Der Dieselskandal und die möglichen Fahrverbote für Pkw und Transporter in deutschen Innenstädten haben eine Debatte angestoßen, an deren Ende eine europaweite Quote für E-Autos stehen könnte.

Medienberichten zufolge plane die EU-Kommission, in diesem Herbst einen Vorschlag für eine europaweite Quote für Elektroautos vorzulegen.

 

Unabhängig davon erarbeitet eine neue Arbeitsgruppe im VDE Grundlagen für die Entwicklung standardisierter Lastmanagementlösungen. Der Grund: die Zahl der E-Autos in Deutschland wird früher oder später immer größer. Sie müssen in das Stromnetz integriert werden.

 

Eigenverbrauch steigern

 

Ziel ist es, Netzausbau zu vermeiden und so den Geldbeutel der Stromkunden zu schonen, heißt es. Die Lösung führt über Eigenstromnutzung, so der VDE in einer Mitteilung.

 

Die Anzahl der Elektrofahrzeuge steigt potentiell, Erzeugungsanlagen, Wärmepumpen und Batteriespeicher halten Einzug in die Haushalte.

 

„Damit ändert sich das Lastprofil in der Verteilnetzebene fundamental. Die Netzbetreiber müssen auf unvorhersehbare Lastspitzen dynamisch reagieren, um kritische Netzzustände zu vermeiden“, so der VDE.

 

Konzeptionell verfolgt die Arbeitsgruppe das Ziel, so lokal wie möglich und sinnvoll, organisiert durch einen Energie- und Leistungsmanager, einen hohen Grad an Eigenstromnutzung zu erzielen.

 

Der Energiemanager ist dabei die Einheit, die alle intelligenten Verbraucher und Erzeuger in einem Haushalt miteinander verbindet und die vorhandene Leistung entsprechend der Kundenvorgaben verteilt.

 

Der Kunde kann somit seine Stromverbraucher individuell priorisieren.

 

Kaskadieren von Energie- und Leistungsmanagern

 

Übersetzt heißt das für das Lastmanagement, dass nur im Bedarfsfall Leistung aus übergeordneten Netzebenen angefordert beziehungsweise in diese zurück gespeist wird.

 

Über eine Kaskadierung von Energie- und Leistungsmanagern soll über die unterschiedlichen Netzebenen hinweg die im Netz vorhandene Energie marktgesteuert optimal genutzt werden. In der VDE-Arbeitsgruppe wirken über 50 Experten mit.

 

Sie erarbeiten zunächst anhand der folgenden Szenarien Topologien:

 

- Einzel- und Doppelgarage bzw. Stellplatz beim Eigenheim

- Parkplätze bzw. Tiefgarage von Wohnanlagen, Mehrfamilienhäusern, Wohnblocks

- Firmenparkplätze / Flottenhöfe auf eigenem Gelände / Depotladen (Busse)

- Einkaufszentren, Parkhäuser, Kundenparkplätze / Firmenparkplätze

- Autohof / Autobahnraststätte

- Straßenrand / öffentliche Parkplätze