Wenn das Netz ‚redet‘

Wie lässt sich selbst bei extrem hoher und volatiler Einspeisung aus Solaranlagen ein Ortsnetz stabil halten? Dieser Frage geht Netze BW seit 2014 in ihrem Netzlabor Sonderbuch nach. Nun startet ein neuer Feldtest in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart. Smart Grid Demonstrator nennt sich das Projekt der EnBW-Tochter und des Instituts für Energieübertragung und Hochspannungstechnik (IEH).

28. Februar 2018

Die Partner setzen es in dem Zwiefaltener Ortsteil am Rande der Schwäbischen Alb um. Dort ist auf fast jedem Dach eine Photovoltaikanlage montiert, sodass die Einspeisung ins Ortsnetz die Last zeitweise fünffach übertrifft, wie die Netze BW weiter mitteilen.

Last- und Spannungsdaten

Für den Feldtest wurden am  IEH Geräte entwickelt, die neben der Last auch die Spannung messen und in Echtzeit an ein Internetportal übermitteln, so die beiden Partner. Aus diesen Daten lässt sich der aktuelle Zustand des Ortsnetzes errechnen und ermitteln, inwieweit bei der Spannungsqualität Handlungsbedarf besteht.

Solareinspeisung gesteuert

Die Geräte sollen an größeren Solaranlagen auch als Steuerboxen zum Einsatz kommen.

Außerdem stehen im betroffenen Teilnetz bereits weitere Komponenten für das intelligente Netz zur Verfügung. Dazu gehören ein regelbarer Ortsnetztrafo (Ront), ein sekundenschnell von Be- auf Entladung umschaltbarer Batteriespeicher und einige Steuerboxen.

Mit U-Control, einem Projekt unter Federführung der Uni Braunschweig, sind zudem 2016 speziell kalibrierte Wechselrichter hinzugekommen, mit deren Hilfe zu hohen Spannungen entgegengewirkt werden kann.

Netzkomponenten automatisieren

Beim Smart Grid Demonstrator geht es nun darum, den Einsatz dieser Komponenten weiter zu verfeinern und dabei insbesondere die automatisierte Steuerung weiter zu entwickeln.

Über die Internet-Plattform erhalten die am Projekt beteiligten, aber auch der Netzbetrieb die Möglichkeit zum Monitoring aber auch zum manuellen Eingreifen. Unterschiedliche Berechtigungsstufen sollen dabei den teilnehmenden Sonderbuchern, aber auch energietechnisch Interessierten ermöglichen, das Geschehen live zu verfolgen.

Im Frühjahr sind die technischen Voraussetzungen für den Einbau der Geräte zu klären, die bis zum Herbst installiert sein sollen, so Netze BW.