Wettbewerb an der Messstelle

Viele Energieversorger und Stadtwerke sehen im neuen wettbewerblichen Messstellenbetrieb (wMSB) eine Chance zur Erschließung neuer Geschäftsfelder, befinden sich aber noch in der Findungsphase, so die Managementberatung Detecon.

21. Februar 2017

EVU und Stadtwerke kämen nicht umhin, Fragen zu Geschäftsmodellen, Produktideen, wirtschaftlicher Tragfähigkeit und Umsetzung für sich selbst zu beantworten.

Noch im Konzeptstatus

Laut einer Umfrage des Unternehmens auf der Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft hat die Hälfte der befragten Marktteilnehmer schon eine Konzeptionsphase für entsprechende Dienste gestartet. Rund ein Drittel beabsichtigt, in den Markt einzusteigen. Keines der elf befragten Unternehmen hat bisher ein Pilotprojekt gestartet.

Wettbewerber

Energieversorger können als wMSB außerhalb ihres Netzgebiets künftig nicht nur Strom verkaufen sondern mit entsprechenden Geräten integrierte Dienstleistungen deutschlandweit anbieten. Die Umfrage erhob, aus welchen Bereichen neue Anbieter zu erwarten sind.

Hier rechnen je über 80 Prozent der Befragten vor allem mit Tochtergesellschaften von Energiekonzernen und -verbünden, Wohnungswirtschaftsdienstleistern und Start-ups. Es folgen größere, eigenständige Energieversorger und ­Stadtwerke. Gut die Hälfte rechnen mit IT- und Telco-Anbietern als Wettbewerber. 

Unsicherheit

Unsicherheit herrscht bei potenziellen Anbietern noch über wirtschaftliche Risiken: 81 Prozent fürchten vor allem ein negatives Verhältnis von Kosten und Zahlungsbereitschaft. Unklare regulatorische Regeln sowie interne Herausforderungen betrachtet die Hälfte der Befragten mit Sorge. Keines der Unternehmen sieht einen intensiven Wettbewerb als Herausforderung.