Wider die Funkstille

Die Deutsche Telekom macht ernst mit der Abschaltung von ISDN und analogen Netzen. Für viele Windparks konkretisieren sich die Umschaltungspläne, immer mehr Betreiber erhalten Benachrichtigungen mit genauen Abschaltterminen. Besonders ältere Parks stellt dies vor Herausforderungen.

25. April 2017

Denn für ihre Fernsteuerung ist die Einwahl über Modem und analogen Anschluss erforderlich. Ohne Analog- oder ISDN-Verbindung wären sie von der Kommunikation abgeschnitten.

Betreiber hätten keinen Zugriff auf die Betriebsdaten und könnten auch den Status und Zustand der entsprechenden Anlagen nicht mehr einsehen.

Eine herstellerunabhängige Lösung für Windparkbetreiber bietet das Unternehmen WPD Windmanager. „Mit unserer All-IP-Box halten wir die Kommunikation eines Windparks auch nach der Telekom-Umstellung aufrecht“, erklärt Christian Peinemann, Technisches Management und Ansprechpartner für die All-IP-Umstellung bei WPD Windmanager.

Virtuelles Modem

„Die Box ersetzt das vorhandene Modem und übernimmt dessen Funktionen. Dabei sind nur minimale Anpassungen notwendig.“ Dem DOS-basierenden PC im Windpark wird hierfür ein Modem virtuell simuliert.

Das ermöglicht es dem Rechner, weiterhin mit dessen bekannten ATD-Befehlsstrukturen zu arbeiten. Die installierte Software schlägt die Brücke zwischen der Einwahl über eine IP-fähige Schnittstelle und der Anbindung zum PC.

Einwahl priorisieren

Mit Hilfe der Software erfolgt auch die Rechteverwaltung und Priorisierung von Teilnehmern und Meldungen. Dies ist notwendig, damit der Anschluss im Bedarfsfall nicht durch einen weniger relevanten Prozess blockiert wird.

„Fährt eine Anlage beispielsweise während der Datenabfrage durch unsere Windpark-Management-Software Rotorsoft einen Fehler, wäre die Leitung bereits belegt und ein zuständiges Serviceunternehmen könnte sich nicht in die betroffene Anlage einwählen“, so Peinemann.

„Das lösen wir durch die Vergabe von Rechten und Priorisierungen in der ALL-IP-Box. Der Betreiber unterbricht in diesem Fall die Verbindung für Rotorsoft und gewährt dem Serviceunternehmen einen vorrangigen Zugriff.“

Schutz durch Sicherheitsgateway

Abgesichert und überwacht wird die Windpark-Kommunikation laut dem Windenergie-Unternehmen mit Hilfe von geschützten Netzwerkverbindungen. Diese laufen auf einem zentralen, bei WPD Windmanager in Bremen platzierten Sicherheitsgateway auf und werden dort verwaltet.

Windpark-Betreibern stehen verschiedene Ausführungen für unterschiedliche Anbindungsarten zur Verfügung. Nach Umstellung oder Abschaltung des Telefonanschlusses lässt sich der Windpark beispielsweise über ADSL, VDSL oder LTE anbinden.