Wie den Stillstand bei energetischer Gebäudesanierung überwinden?

Die neu zu bildende Bundesregierung soll eine attraktive Steuerförderung für energetische Sanierungsmaßnahmen aufsetzen, um so eine Modernisierungsoffensive bei selbstgenutzten Ein- und Zwei-Familienhäusern und Wohnungen auszulösen. Diese Forderung hat ein Bündnis aus Verbänden und Organisationen an die Politik gerichtet.

18. Oktober 2017

Sie schlagen ein konkretes Steuermodell vor, das unter anderem in der Anfangsphase 30 Prozent der Sanierungskosten über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuerzahlung abzieht, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

 

„Das Bündnis fordert die Parteien, die die neue Bundesregierung tragen, auf, diesen Vorschlag in den Koalitionsvertrag aufzunehmen und die Maßnahme zügig umzusetzen“, so BDI, BDEW, DGB, Dena und ZDH

 

„Damit Deutschland seine ambitionierten Klimaziele erreichen kann, müssen endlich die großen CO2- und Energieeinsparpotenziale bei Gebäuden mobilisiert werden“, heißt es.

 

Der psychologische Effekt des Steuersparens sei ein unvergleichlich starker Hebel, der im bisherigen Fördermix fehle.

 

Platzt der Knoten?

 

„Es wird ein Instrument benötigt, das attraktiv, technologieoffen und einfach umsetzbar ist, damit es die geforderte Wirkung entfaltet.“

 

Nur so würde der Stillstand bei der energetischen Gebäudesanierung überwunden und das Sanierungstempo nachhaltig gesteigert.

 

40 Prozent des Primärenergieverbrauchs

 

Den Angaben zufolge entfallen auf den Gebäudesektor in Deutschland immer noch über 40 Prozent des Primärenergieverbrauchs und über 30 Prozent des CO2-Ausstoßes.

 

Bei einem Großteil der rund 16 Mio. Ein- und Zweifamilienhäuser besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Die Sanierungsquote stagniert seit Jahren bei unter 1 Prozent, heißt es in der Mitteilung.

 

„Angesichts der inländischen Wertschöpfung von über 80 Prozent im Gebäudebereich würde eine steuerliche Förderung zu einem starken Konjunkturschub – insbesondere bei Mittelstand und Handwerk – führen.“