Wie kommt die Verkehrswende in Gang?

Der BDEW fordert mehr Mut beim Klimaschutz im Verkehr. Erforderlich seien ambitioniertere CO2-Grenzwerte für Fahrzeugflotten und die Einführung einer CO2-Bepreisung, heißt es in einem Positionspaper zur Mobilität der Zukunft.

09. Februar 2018

Lade- und Tankstelleninfrastruktur für alternative Antriebe müssten stärker als bislang gefördert werden.

 

„Im Unterschied zur Energiewirtschaft leistet der Verkehrssektor bislang keinen angemessenen Beitrag zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen – im Gegenteil“, so der Verband in einer Mitteilung.

 

Im Jahr 2016 sind die Treibhausgasemissionen laut BDEW erneut angestiegen und liegen jetzt mit knapp 167 Millionen Tonnen sogar über dem Niveau des Jahres 1990.

 

„Insbesondere die Emissionsentwicklung im Verkehrsbereich ist besorgniserregend. Beständig werden Effizienzgewinne durch gestiegene Fahrleistungen aufgefressen. Die Mutlosigkeit der Bundesregierung bei der Verkehrspolitik muss ein Ende haben“, sagt Stefan Kapferer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes.

 

In dem Positionspapier spricht sich der Verband für einen klimapolitischen Instrumentenmix im Verkehrsbereich aus.

 

„Die zentralen Pfeiler dieser Strategie sind ambitionierte CO2-Flottengrenzwerte, eine CO2-Bepreisung im Verkehrsbereich und die Förderung der öffentlichen Lade- und Tankinfrastruktur für alternative Antriebsformen wie Elektro-, Erdgas- und Wasserstofffahrzeuge“, heißt es.

 

Die aktuelle Gesetzeslage auf europäischer Ebene sieht vor, die CO2-Emissionen der Pkw-Neuwagenflotte eines Herstellers stufenweise bis zum Jahr 2020 auf 95 g/km zu begrenzen.

„Perspektivisch sind weitere Absenkungen der Flottengrenzwerte notwendig, um die Ziele der Bundesregierung aus dem Klimaschutzplan und die langfristigen Energie- und Klimaziele der EU zu erreichen“, so Kapferer.

 

„Die Novellierung der EU-Verordnungen zu CO2-Flottengrenzwerten für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge sollte genutzt werden, um so anspruchsvolle Flottengrenzwerte zu formulieren, dass die deutschen Klimaschutzziele im Verkehrssektor in Verbindung mit weiteren nationalen verkehrsbezogenen Maßnahmen für 2030 sicher erreicht werden können.“