Wie sinnvoll sind mehrere Strompreiszonen?

Welche Kosten entstehen durch die von einigen Branchenvertretern geforderte Aufteilung des Strommarktes in Deutschland und Österreich in unterschiedliche Preiszonen? Die Börsen EEX und EPEX SPOT haben dazu eine Studie erstellen lassen. Die Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht.

25. Februar 2015

Die Aufteilung der deutsch-österreichischen Großhandelspreiszone würde die Strompreise mit Mehrkosten von rund 100 Mio. € belasten. Das ergab eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Consentec.

Die Studie vergleicht die wirtschaftlichen Kosten und den Nutzen einer Aufteilung des deutsch-österreichischen Strommarkts in zwei Gebotszonen, heißt es in einer Mitteilung der beiden Börsen.

Konflikt zwischen Redispatch und Übertragung

Hierbei wird laut Studie ein Zielkonflikt sichtbar: Wird die Gebotszone aufgeteilt, können Kosten für eine Veränderung der gemeldeten Kraftwerksfahrpläne, den sogenannten Redispatch in einigen Fällen gesenkt werden.

Gleichzeitig entstehen laufend wirtschaftliche Verluste durch Ungewissheiten bei der Bestimmung der gesamten Übertragungskapazität zwischen den kleineren Zonen.

Weniger Liquidität und höhere Transaktionskosten

„Indem sie diese beiden Kostenfaktoren gegeneinander aufwiegt, zeigt die Studie, dass eine Aufteilung der deutsch-österreichischen Gebotszone die Gesamtkosten für die Stromversorgung um bis zu 100 Mio. € pro Jahr steigen lassen würde", heißt es in einer Mitteilung der beiden Börsen.

Darüber hinaus würden durch eine rückgängige Liquidität sowie höhere Transaktionskosten weitere Ineffizienzen entstehen.

Märkte integrieren und Netze ausbauen

„Die Ergebnisse unserer Analyse warnen deutlich vor einer Aufteilung großer, liquider Gebotszonen. Dies gilt insbesondere für den bereits integrierten und bewährten deutsch-österreichischen Strommarkt, der durch seine hohe Liquidität den Referenzpreis für Europa setzt“, sagt Dr. Christoph Maurer, Geschäftsführer von Consentec.

„Statt der Aufteilung von Gebotszonen sollten Märkte weiter integriert werden. Dafür ist der Netzausbau die einzige gangbare Lösung.“