Wind und Sonne kombiniert

Auf einem Hochhaus in Berlin-Spandau ist eine Solar-Wind-Kraftanlage in Betrieb gegangen. In dem gemeinsamen Projekt der Stadtwerke Berlin, der Gewobag und des Schweizer Entwicklers Anerdgy wird die Technologie erstmals in Deutschland eingesetzt.

14. November 2016

Auf dem Dach des 12. Stockwerks eines Wohngebäudes der Gewobag am Blasewitzer Ring haben die Partner zehn sogenannte Windrails sowie zusätzliche Photovoltaikanlagen montiert, die zusammen rund 95.000 kWh Ökostrom pro Jahr erzeugen sollen.

Baustein für Smart City

„Die Windrails sind ein innovativer Weg, die Energiepotenziale in Städten besser zu nutzen“, sagt Andreas Irmer, Geschäftsführer der Berliner Stadtwerke. „Während klassische Windräder in Großstädten allenfalls an der Peripherie begrenzte Plätze finden, ist das Potenzial für diese Kombi-Technik immens. Mit dieser Kooperation setzen wir einen weiteren Baustein für die Smart City Berlin.“

Das Windrail-Konzept

Die Anlagen werden auf Dächern installiert und bestehen pro Modul aus vier Solarpaneelen und einem Windkanal mit jeweils zwei Windturbinen. Dieser Windkanal verstärkt den natürlichen Wind, der die Dachkante überströmt und nutzt die Druckunterschiede am Gebäude.

Die Luft strömt durch einen 2,5 Meter langen sogenannten Venturi-Kanal. Durch den Druckunterschied vor und hinter dem Kanal wird die natürliche Windgeschwindigkeit erhöht. Dadurch steht mehr Windleistung bei gleicher Fläche zur Verfügung, so Anerdgy. Die Windströmungen kühlen zugleich die Solarpaneele und erhöhen so deren Wirkungsgrad.

„Die online steuerbaren Kleinkraftwerke eignen sich hervorragend für Sanierungen und Neubauten hoher Gebäude mit Flachdach“, sagt Sven Köhler, CEO von Anerdgy.

Mieterstrom

„Mit der neuen Anlage leisten wir nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, wir stabilisieren zugleich auch die Betriebskosten für die Mieter, denn der Strom wird im Haus selbst auch für Licht, Fahrstühle und Lüftung genutzt“, erklärt Jens Goldmund, Geschäftsführer der Gewobag ED Energie- und Dienstleistungsgesellschaft.

 

„Der ökologisch erzeugte Quartier-Strom kann von den Mieterinnen und Mietern direkt von den Stadtwerken bezogen werden.“