Windkraft ohne Dauerblinken

Enertrag Systemtechnik hat eine radargestützte Steuerung ›Airspex‹ entwickelt, die das Blinken von Windkraftanlagen automatisch abschaltet. Das System kommt nun erstmals beim Windparks Ockholm-Langenhorn in Schleswig-Holstein zum Einsatz.

27. April 2015

Windenergieanlagen müssen ab einer Gesamthöhe von 100 m durch Warnlichter als Luftfahrthindernis gekennzeichnet werden. Das nächtliche Blinken wirkt besonders in dünn besiedelten Gebieten störend, weil es dann als einzige Lichtquelle besonders auffällt. Die neue Technik sorgt nun dafür, dass die Lichter nur noch dann angehen, wenn sich ein Flugzeug oder ein Hubschrauber nähert, so Enertrag. Damit wird eine der wesentlichen Störquellen für die Akzeptanz der Windenergie an über 98 % des Jahres abgeschaltet, ohne die Luftfahrtsicherheit zu gefährden. Für die Überwachung eines Windparks werden mindestens vier Radarsensoren in 30 m Höhe angebracht. Die Strahlung des von Enertrag verwendeten Radars entspricht mit 4W in etwa der doppelten Leistung eines normalen Mobiltelefons. Schädliche Umwelteinflüsse sind dadurch für Menschen und Tiere somit ausgeschlossen.

Das von Enertrag gemeinsam mit Airbus entwickelte System wurde bereits seit 2012 getestet und vor kurzem als erste bedarfsgerechte Kennzeichnung von Windenergieanlagen behördlich zugelassen. Die im Vorfeld erforderlichen gesetzlichen Änderungen wurden vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) begleitet.

Der Bürgerwindpark Ockholm-Langenhorn hat eine Gesamtleistung von 38 MW und befindet sich in den nordfriesischen Gemeinden Ockholm und Langenhorn. Er liefert ausreichend Strom für den Bedarf von 17.000 Haushalten. Bei insgesamt sechs Anlagen bleibt das Blinklicht nun weitgehend abgeschaltet, um die Anwohner zu entlasten. An dem Park sind 500 Familien und Landeigentümer beteiligt, die zum Großteil aus der Region stammen.