Sektorkopplung

Windstrom tanken

Das mit Enercon realisierte Pilotprojekt Wind to Gas Energy (W2G) in Brunsbüttel ist in Betrieb. Das Projekt zur Sektorkopplung umfasst einen 2.7 MWh-Batteriespeicher und einen PEM-Elektrolyseur mit 2,4 MW Leistung und ist direkt mit einem Windpark verbunden.

12. April 2019
Windstrom tanken
(Foto: Pavel Ignatov – Fotolia.de)

Im Projekt W2G wird mit Hilfe des Batteriespeichers elektrische Energie als Regelleistung am Primärregelleistungsmarkt vermarktet. Sie dient dazu, kurzfristige Frequenzschwankungen im Stromnetz auszugleichen. Der Elektrolyseur ist vor dem Einspeisepunkt ins Windparkinterne Netz integriert und wandelt bei Netzengpässen überschüssigen Windstrom in grünen Wasserstoff um. Dieser wird ins regionale Erdgasnetz eingespeist sowie an eine Wasserstoff-Tankstelle geliefert, so Enercon.

Wärme- und Verkehrssektor

Der Wasserstoff kann dann im Wärme- und Verkehrssektor sowie von der Industrie und von Privathaushalten genutzt werden.

„Ein Vorteil dieser Systemlösung besteht darin, dass durch die Power-to-Gas-Technologie Netzengpass-bedingte Abregelungen des Windparks vermieden werden, während gleichzeitig eine Nutzung entsprechender Energiemengen im Wärme- und Verkehrssektor oder der Industrie ermöglicht wird“, so Enercon. Parallel wird in Verbindung mit den Kapazitäten des Gasnetzes eine langfristige Speicherung von erneuerbaren Energien umgesetzt.

Die Wasserstoff-Tankstelle wird bis Mitte des Jahres errichtet, heißt es. Als weiterer Abnehmerkreis entsteht dazu derzeit in Brunsbüttel und Umgebung eine Wasserstoff-Community mit zahlreichen Brennstoffzellenfahrzeugen. Enercon hat für das Pilotprojekt unter anderem die Kommunikationsschnittstelle zwischen Windpark und Elektrolyseur entwickelt, so das Unternehmen.

Schaufenster intelligente Energie (Sinteg)

Die Anlage wird durch das Förderprogramm Sinteg des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert. Mit dem Programm zielt die Bundesregierung darauf ab, Musterlösungen für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung bei hohen Anteilen fluktuierender Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie zu entwickeln und zu demonstrieren.

Das Sinteg-Projekt NEW 4.0 hat das Ziel, in Hamburg und Schleswig-Holstein Grundlagen für die komplett erneuerbare Stromversorgung ab 2035 aufzubauen. Energiespektrum stellte das Vorhaben in Heft 8/18 vor. Hier die Details zum Nachlesen.