Wirkkraft grüner Energie

Der rückläufige Trend bei den Großhandelspreisen für Strom in Deutschland hielt 2016 an. Erstmals seit drei Jahren sank der Redispatch. Einen Einfluss auf diese Entwicklungen hatten auch die erneuerbaren Energien. Das zeigt die Marktanalyse des Übertragungsnetzbetreibers Tennet für das Jahr 2016.

30. März 2017

Laut dem Market Review lag der Großhandelspreis für eine Megawattstunde Strom 2016 im Jahresdurchschnitt hierzulande bei 28,96 Euro und damit rund 2,70 Euro niedriger als 2015. Im Februar 2016 erreichte er mit 22 Euro ein Rekordtief.

Konkret sanken die Großhandelspreise in Zentralwesteuropa in den ersten acht Monaten des Jahres 2016 auf durchschnittlich 27,63 Euro/Megawattstunde im Vergleich zum Vorjahr. Ursachen für diese Entwicklung waren niedrige Preise für Brennstoffe und CO2-Zertifikate sowie die hohe Einspeisung erneuerbarer Energien, so Tennet weiter.

Erst, als in Frankreich und Belgien die Erzeugungskapazität sank, weil mehrere Kernkraftwerke nicht zur Verfügung standen, stiegen die Preise in Zentralwesteuropa ab September 2016 wieder deutlich auf durchschnittlich 45,62 Euro/Megawattstunde an.

Zweiteilung

Dabei kam es zu einer Zweiteilung der Märkte: Während die Großhandelspreise in Frankreich und Belgien ab September stark auf im Schnitt 54 Euro/Megawattstunde anzogen, lagen die Großhandelspreise in Deutschland und den Niederlanden in diesem Zeitraum bei durchschnittlich 37 Euro/Megawattstunde.

Hier stiegen die Großhandelspreise aufgrund der Nachfrage in Frankreich und Belgien, die auch durch Deutschland und die Niederlande mitgedeckt wurde.

Erneuerbaren-Einspeisung nimmt ab

Insgesamt erhöhte sich die Erneuerbaren-Kapazität 2016 um 4.000 Megawatt auf knapp 193.000 Megawatt, der Großteil davon an Land erzeugter Windstrom. Trotz der höheren Erneuerbaren-Kapazität blieb der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung auf dem Niveau von 2015.

"Der Blick auf die Entwicklung früherer Jahre zeigt, dass die Wetterbedingungen 2016 nicht besonders schlecht waren, sondern dass das Jahr 2015 ein außergewöhnlich windreiches Jahr war, was zu einer relativ hohen Einspeisung von Windstrom 2015 führte", so Tennet.

Redispatch sinkt erstmals

Während die netzstabilisierenden Maßnahmen wie Redispatch und Netzreserve 2015 aufgrund der hohen Windeinspeisung stark anstiegen, führten die schwächere Windeinspeisung sowie die Inbetriebnahme der Leitung zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern 2016 entsprechend dazu, dass auch diese Maßnahmen zum ersten Mal seit drei Jahren etwas zurück gingen, allerdings insgesamt auf einem hohen Niveau blieben.

So stiegen die Redispatch-Mengen bereits in den ersten beiden Monaten 2017 wieder stark an und lagen weit über den Mengen des Vorjahreszeitraums, wie Tennet weiter mitteilt.

Die Marktstudie betrachtet die Entwicklungen auf dem westeuropäischen Strommarkt mit besonderem Fokus auf Deutschland und den Niederlanden. Weitere Ergebnisse des Market Reviews online bei Tennet.