Wissenschaftler geben Überblick über zukünftige Biomassepotenziale

Im Verbundvorhaben »Globale und regionale räumliche Verteilung von Biomassepotenzialen« gelang es Wissenschaftlern erstmalig, einen Überblick über die aktuellen und zukünftig zu erwartenden Biomassepotenziale zu geben und aufzuzeigen, welche Möglichkeiten der räumlichen Steuerung es insbesondere auf regionaler Ebene gibt.

15. Januar 2011

Das Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS) gefördert und vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) fachlich betreut. Man kam zu dem Ergebnis, dass die Bioenergieziele der Bundesregierung erreicht und nennenswerte Klimagaseinsparungen erwartet werden können. Die Kombination von Fernerkundungsdaten mit statistischen Daten demonstriere zudem die Möglichkeiten dieser Methodik zur verbesserten räumlichen Auflösung von Biomasseressourcen.

Die Bundesregierung hat sich ambitionierte Ziele für den Ausbau der Bioenergie bis 2020 gesetzt. Entscheidend für die Entwicklung nachhaltigen Biomassestrategie seien nicht nur die einheimischen Biomasseressourcen, sondern auch überregionale und globale Märkte. Neben Energiepflanzen und forstwirtschaftlichen Biomassen wurden vom Deutschen BiomasseForschungsZentrum, der Universität Hohenheim und dem Johann Heinrich von Thünen Institut auch die relevanten Reststoffströme untersucht.

Das sich aus den stoffstrombasierten Potenzialberechnungen für Deutschland ergebende technische Biomassepotenzial für 2020 von 1,5 - 1,8 EJ/a reiche grundsätzlich aus, um den sich aus den Bioenergiezielen der Bundesregierung ergebenden Endenergiebedarf an biogenen Brennstoffen abzudecken.

Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass der Ausbau der energetischen Biomassenutzung aufgrund der engen Wechselbeziehungen mit regionalen und globalen Entwicklungen mit Unsicherheiten verbunden ist. Dies betreffe insbesondere die Verfügbarkeit künftiger landwirtschaftlicher Flächen sowie die generelle Debatte um die Begrenztheit der Rohstoffe und der damit verbundenen Verteilungsprobleme. Im Rahmen des Vorhabens wurden daher parallel durch das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V. die räumlichen Implikationen der Biomassenutzung hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen sowie Flächenkonkurrenzen analysiert sowie Synergieeffekte für die räumliche Entwicklung ermittelt.