ZEW: Risiken für Energieversorger durch die Energiewende

Mittelfristig wird die Energiewende die wirtschaftliche Situation von Unternehmen in der Energiewirtschaft sowie die der Anlagen- und Kraftwerksbauer maßgeblich beeinflussen. Neu entstehende Chancen und Risiken sind jedoch sehr unterschiedlich verteilt. Das geht aus dem aktuellen Energiemarktbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim hervor.

24. August 2015

Mehr als 200 Energiemarkt-Experten wurden dazu nach ihren Einschätzungen bezüglich der Auswirkungen der Energiewende auf die wirtschaftliche Lage von Unternehmen im Energiesektor sowie auf die deutsche Volkswirtschaft insgesamt in den kommenden fünf Jahren befragt.

Die wirtschaftliche Lage der Energieversorger wird sich nach Meinung von 71 % der Experten durch die Energiewende verschlechtern. Auch die Perspektiven der Unternehmen des Anlagen- und Kraftwerksbaus bewerten 51 % als schlecht. Nur 17 % erwarten in diesem Bereich eine Verbesserung der Lage und 24 % keine Veränderung.

Auf die wirtschaftliche Situation der Netzbetreiber wird die Energiewende nach Ansicht der Experten nur einen geringen Einfluss haben, 58 % erwarten eine gleichbleibende wirtschaftliche Lage.

Positive (22 %) und negative Einschätzungen (20 %) halten sich die Waage.

Bei Vertriebsunternehmen erwartet die Mehrheit der Experten ebenfalls keine Veränderung der wirtschaftlichen Situation durch die Energiewende. Nur 29 % gehen von einem negativen und 13 % von einem positiven Einfluss aus.

Für die deutsche Volkswirtschaft insgesamt sehen rund 41 % der Befragten einen positiven oder stark positiven Einfluss durch die Energiewende und erwarten neue Chancen für die deutsche Wirtschaft.

Etwas über 32 % der Experten befürchten negative bis stark negative Auswirkungen durch die Energiewende.