Zufriedenstellend bis gut

EWE und Mainova haben ihre Bilanz für das Geschäftsjahr 2016 vorgelegt. "Zufriedenstellend" bis "gut", so das Fazit der Unternehmen.

02. Mai 2017

EWE hat das Geschäftsjahr 2016 eigenen Angaben zufolge mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen: Das Konzernperiodenergebnis habe sich im Vergleich zum Vorjahr (-9,4 Millionen Euro) mit 332,9 Millionen Euro deutlich erholt.

OEBIT steigt, Umsatz fällt

Das Operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (OEBIT) beträgt 534,6 Millionen Euro und liegt über Vorjahresniveau (428,1). Die Finanzverbindlichkeiten konnte das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 800 Millionen reduzieren.

Die Umsatzerlöse fielen im Vorjahresvergleich auf 7,57 Milliarden Euro (7,82). Der Rückgang des Konzernumsatzes geht unter anderem auf die zu Beginn des Berichtsjahres für Privatkunden gesenkten Preise und einen geringeren Erdgasabsatz zurück.

Für das laufende Geschäftsjahr 2017 erwartet das Unternehmen wegen des Wegfalls von Einmaleffekten ein um zehn bis 20 Prozent niedrigeres Operatives EBIT.

EWE: Zufriedenstellendes Ergebnis

„Für EWE war 2016 ein gutes Geschäftsjahr, das von einem stabilen operativen Geschäft und zwei Sondereffekten geprägt wurde: Das deutlich verbesserte Konzernperiodenergebnis ist dabei auch auf den erfolgreich abgeschlossenen Verkauf unserer Anteile an der VNG in Leipzig zurückzuführen. Hinzu kommt ein Ergebnisbeitrag in Höhe von rund 90 Millionen Euro aus der Neuregelung der Altersvorsorge bei der Swb AG“ erläutert Wolfgang Mücher, Finanzvorstand von EWE.

„Diese Neuregelung ist ganz überwiegend auch für den Anstieg des Operativen EBIT verantwortlich“, ordnet Mücher ein. Der Finanzvorstand hebt mit Blick auf das Geschäftsjahr 2016 hervor: „Das Ergebnis ist insgesamt zufriedenstellend und hat es uns ermöglicht, Risikovorsorge zu betreiben, unsere Verbindlichkeiten vorzeitig spürbar zu reduzieren und damit auch künftige Belastungen deutlich zu senken.“

Compliance-Prüfungen

Die derzeit laufende Prüfung von Vorwürfen im Zusammenhang mit der Konzerntochter EWE Netz zu Compliance-Verstößen werde unabhängig vom operativen Geschäft weitergeführt.

„Wir nehmen die Hinweise und Vorwürfe sehr ernst, prüfen umfassend und vorbehaltlos. Hierbei geht jedoch Sorgfalt vor Schnelligkeit – im Vordergrund steht, dass wir vollständige Klarheit über die Fakten erhalten und auf dieser Grundlage Entscheidungen treffen können“, kündigte Mücher an. Man rechne mit der Vorlage einer abschließenden Beurteilung durch beauftragte externe Prüfer im Sommer dieses Jahres.

Mainova steigert operatives Geschäft

Mainova erzielte im Jahr 2016 eigenen Angaben zufolge ein gutes Geschäftsergebnis. Das operative Geschäft konnte erfolgreich gesteigert werden, so das Unternehmen. Dazu hätten sowohl signifikante Absatzsteigerungen als auch Kundengewinne beigetragen.

Das Ergebnis vor Steuern nach IFRS beläuft sich auf 159,7 Millionen Euro (2015: 102,6 Millionen Euro). Das um Effekte aus der stichtagsbezogenen Marktbewertung von Energiebezugsverträgen bereinigte Ergebnis beträgt 100,3 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2015 lag es bei 128,9 Millionen Euro.

Diese Entwicklung sei maßgeblich auf zukunftsgerichtete Wertberichtigungen an einer Minderheitsbeteiligung und Risikovorsorge für die Gaskraftwerke Irsching und Bremen zurückzuführen, so das Unternehmen.

Gleichzeitig wurden die Investitionen in Erhalt und Ausbau der regionalen Versorgungsinfrastruktur deutlich erhöht und die Finanzschulden weiter reduziert. Zur Stärkung der künftigen Geschäftsentwicklung hat Mainova weitere Risikovorsorge getroffen.

„Mainova hat 2016 ein starkes operatives Ergebnis erwirtschaftet und die Finanzkraft erhöht. Wir behaupten uns im Wettbewerb und machen uns fit für eine erfolgreiche Zukunft“, so Dr. Constantin Alsheimer, Vorstandsvorsitzender von Mainova. 

Kontinuierliche Effizienzsteigerungen, Produktinnovationen, Kundengewinne, eine erfolgreiche Beschaffungsstrategie sowie eine solide Finanzkraft hätten die aus den Wertberichtigungen resultierenden Belastungen deutlich abfedern können.

Blick auf einzelne Segmente

Das Segment Beteiligungen zum Beispiel hatte wie bereits in den Vorjahren einen starken Anteil am Geschäftsergebnis. Ursächlich für die Ergebnisveränderung in Höhe von -12,5 Millionen Euro auf 33,8 Millionen Euro waren notwendige Wertberichtigungen bei einer Minderheitsbeteiligung.

Im Segment Stromversorgung war ein Absatzanstieg in allen Kundengruppen zu verzeichnen. Das Vertriebsgeschäft lag dabei in etwa auf Vorjahresniveau. Hauptursache für die rückläufige Entwicklung des Ergebnisses von 29,2 Millionen Euro auf 18,9 Millionen Euro waren höhere Aufwendungen für Infrastrukturmaßnahmen sowie Auflösungen von Rückstellungen im Geschäftsjahr 2015.

Der Start in das Geschäftsjahr 2017 sei zufriedenstellend verlaufen, so das Unternehmen. Der Vorstand gehe unter den aktuellen Rahmenbedingungen davon aus, im laufenden Jahr ein bereinigtes Ergebnis leicht über dem Vorjahresniveau zu erzielen.