Zur Lage der Union

Management-News

Die EU-Kommission hat ihren zweiten Bericht zur Energieunion vorgelegt. Bei Treibhausgasemissionen und Energieeffizienz sei Europa auf gutem Weg. Das sehen Erneuerbar-Verbände anders.

23. Februar 2017

Der Bericht ›State of the Energy Union‹ beleuchtet die Fortschritte, die seit der Veröffentlichung des ersten Berichts zur Lage der Energieunion im November 2015 erzielt wurden. 2016 sei das Jahr gewesen, in dem für die Energieunion konkrete legislative und nicht-legislative Initiativen angestoßen wurden, zuletzt durch das EU Winterpaket Saubere Energie für alle Europäer, so die Kommission in ihrer Mitteilung.

Die EU hat bereits ihren für 2020 gesetzten Zielwert für den Endenergieverbrauch erreicht. Das gleiche gilt für Treibhausgasemissionen: 2015 lagen die Treibhausgasemissionen um 22% unter denen des Jahres 1990. Den Daten für 2014 zufolge machte der Anteil der Erneuerbaren Energien 16% des Bruttoendenergieverbrauchs der EU aus.

Diplomatisch

Bei den Initiativen zur Energieunion wurde in den letzten Monaten der Schwerpunkt auf die Energiediplomatie gelegt; dabei ging es um eine größere Energieversorgungssicherheit, die Steigerung der Ausfuhren von in der EU entwickelten emissionsarmen Technologien und eine stärkere industrielle Wettbewerbsfähigkeit.

2016 hat die Kommission ferner eine europäische Strategie für emissionsarme Mobilität mit klaren und ehrgeizigen Zielen vorgelegt: bis zur Jahrhundertmitte sollen die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen um mindestens 60% niedriger sein als im Jahr 1990 und eine klare Tendenz Richtung null aufweisen.

Wohin geht die Fahrt?

Aus Sicht des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) sind mit der Energieunion weder die richtigen Weichen gestellt worden, noch wird sie zu einem stärkeren Ausbau der Erneuerbaren führen. »Die Vorschläge der Europäischen Kommission für eine saubere, sichere und wettbewerbliche Energieversorgung bleiben in ihren Ansätzen stecken«, so Rainer Hinrichs-Rahlwes, Europaexperte im BEE-Vorstand. Die bisher definierten Maßnahmen reichten nicht aus.

Kritik an Reformen

Dabei gebe es im Winterpaket durchaus richtige Weichenstellungen in Richtung Erneuerbare Energien, wie zum Beispiel bei den Reformen der Strom- und Systemdienstleistungsmärkte; doch sie seien nicht tiefgreifend genug.

Die Kommission habe es nicht geschafft, über das Papier Impulse für einen schnelleren und besseren Umstieg auf Erneuerbare und Effizienz zu setzen. Wenn die Energieunion für die europäischen Unternehmen ein Geschäftsmodell anbieten soll, benötigt es ambitioniertere und bessere Maßnahmen, teilt der BEE weiter mit.

Der Europäische Windenergieverband Windeurope begrüßte die Fortschritte, bemängelt aber, dass der Ausblick für den Zeitraum nach 2020 weniger deutlich ist.

Der Bericht kann mit der untenstehenden URL kostenlos heruntergeladen werden. (hd)

Erschienen in Ausgabe: 02/2017