ZVEI für EU-Verordnung

Energiesparende Elektromotoren und intelligente Antriebe

26. August 2009

Durch den intelligenten Einsatz elektrischer Antriebstechnik lassen sich in Industrie, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen enorme Energieeinsparungen erzielen. Würden alle in Deutschland installierten Antriebe mit Energiesparmotoren und dort wo sinnvoll mit elektronischen Antriebsregelungen ausgerüstet, ergäbe sich eine Stromeinsparung von 38 TWh (38 Milliarden Kilowattstunden) pro Jahr, bekräftigt der ZVEI anlässlich der Verabschiedung der neuen EUP-Verordnung durch das Europäische Parlament. Das entspricht etwa 10 % des Stromverbrauchs oder der Stromerzeugung von 16 Kraftwerksblöcken der 400-Megawatt-Klasse. Die jährliche Stromrechnung würde bei zehn Cent je KWh um 3,8 Mrd. € verringert.

Die Belastung der Umwelt würde nach aktuellem Kraftwerksmix um jährlich 23 Mio. t CO2 vermindert. Auf Europa hochgerechnet schätzt die Europäische Kommission das Einsparpotenzial auf 135 TWh. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, hat die Kommission im Rahmen der EUP-Richtlinie die Verordnung über energieeffiziente Drehstrom-Normmotoren und elektrische Antriebe erlassen.

Die neue Regelung sieht vor, dass ab 16. Juni 2011 in Europa Drehstrom-Normmotoren der Größen 0,75 bis 375 KW nur noch in Verkehr gebracht werden dürfen, wenn sie mindestens der international genormten Energieeffizienzklasse IE2 entsprechen. Solche Normmotoren treiben u.a. Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren, Aufzüge, Rolltreppen und Transportbänder an. Wenn alle Antriebssysteme in Deutschland mit Energiesparmotoren der neuen Generation ausgerüstet wären, würde das zu einer Energieeinsparung von rund 14 TWh führen.

Antriebssysteme mit elektronischer Drehzahlregelung werden von der neuen Verordnung ab Januar 2015 adressiert. Ab diesem Datum verkaufte IE2 Motoren dürfen nur noch mit elektronischer Drehzahlregelung eingesetzt werden. Alternativ ist dann der Einsatz von Motoren möglich, die mindestens der Effizienzklasse IE3 entsprechen. Diese sind heute noch nicht in der Breite verfügbar. Technisch und wirtschaftlich wäre es nach ZVEI-Untersuchungen sinnvoll, mindestens jeden zweiten Motor mit elektronischer Drehzahlregelung auszustatten. Das würde zu einer weiteren Energieeinsparung von 24 TWh führen.