Die Verkettung

Blockchain – Schon heute ist der Einsatz im Energiesystem sinnvoll. Das ergab eine Studie. Handlungsbedarf bei Rahmenbedingungen und Investitionsbereitschaft.

25. März 2019
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Die Blockchain-Technologie bietet in vielen Bereichen der Energiewirtschaft Mehrwert für Unternehmen und Verbraucher, so ein Ergebnis der Studie Blockchain in der integrierten Energiewende der Deutschen Energie-Agentur (Dena). Sie untersucht den Beitrag der Blockchain zur Energiewende anhand elf konkreter Anwendungsfälle aus den energiewirtschaftlichen Kernbereichen Asset-Management, Datenmanagement, Marktkommunikation, Stromhandel und Finanzierung.

Aufmerksamkeit erhöhen

»Unsere Studie zeigt, dass die Blockchain besonders dann nützlich werden kann, wenn sie existierende Protokolle zum digitalen Informationsaustausch ergänzt«, so Dena-Chef Andreas Kuhlmann. Sie verdeutlichte nach seinen Worten, dass für jede Anwendung eine Einzelfallanalyse erforderlich ist. »Damit sich die Kerntechnologie weiterentwickeln und ihr Einsatz in der Energiewirtschaft ausgeweitet werden kann, müssen Politik und Wirtschaft dem Thema eindeutig mehr Aufmerksamkeit schenken.“

Wichtig ist dabei vor allem, neueste energiewirtschaftliche Untersuchungsergebnisse auch in der geplanten Blockchain-Strategie der Bundesregierung, die für diesen Sommer angekündigt ist, zu berücksichtigen, so die Dena. Ebenso erforderlich sei die stärkere Förderung.

Die Studie zeigt den Angaben zufolge, dass der Einsatz von Blockchain in einzelnen untersuchten Anwendungsfeldern unter wirtschaftlichen, technologischen und regulatorischen Gesichtspunkten einen Mehrwert für Unternehmen darstellt, wenngleich diese Dimensionen immer separat bewertet und gegeneinander abgewogen werden müssen.

»Denn auch wenn ihr Einsatz in einem speziellen Anwendungsfall beispielsweise technisch bereits sehr reif ist, so können energie- oder datenrechtliche Hürden den betriebswirtschaftlichen Nutzen verringern«, heißt es.

Blockchain kann nützlich werden, wenn sie existierende Protokolle zum Infoaustausch ergänzt.

— Andreas Kuhlmann, Dena

Im Untersuchungsfeld Wirtschaftlichkeit zeigt die Studie das Potenzial der Technologie, über Automatisierungseffekte und Prozessoptimierungen zur Senkung von Betriebskosten beizutragen und auf Basis eines gesteuerten Informationsmanagements Zusatznutzen zu generieren.

Anwendung

Anwendungsbereiche sind unter anderem die Zertifizierung von Herkunftsnachweisen, die Anmeldung von Anlagen im Marktstammregister und Energiedienstleistungen für Gebäude und Industrieprozesse.

Bei der Beurteilung der technologischen Eignung von Blockchain in den energiewirtschaftlichen Anwendungsfeldern ragen derzeit unter anderem die Energiedienstleistungen für Gebäude und Industrieprozesse, der Peer-to-Peer-Handel und Mieterstrom hervor.

Energierecht

Im regulatorischen Assessment der Anwendungsfälle zeigt die Studie, dass der Blockchain-Einsatz im Energiebereich im Rahmen des Energierechts prinzipiell möglich ist, aber eine Einzelfallbewertung zwingend erforderlich macht.

Für Philipp Richard, Teamleiter für Digitalisierung und Projektleiter der Blockchain-Studie, werden sich die Vorzüge der Technologie – Transparenz, Vertrauensfunktion, Sicherheit und Datenhoheit – für das Energiesystem in den kommenden Jahren weiter verstärken: »Die Blockchain steht am Anfang ihrer Lernkurve.« Die Dena-Blockchain-Studie steht zum Download bereit auf der Dena-Website unter Publikationen. hd

Erschienen in Ausgabe: 02/2019
Seite: 5 bis 59