Ausgezeichnete Arbeit

Im Juli trat das Mieterstromgesetz in Kraft. Ganz neu ist das Thema aber nicht. Bundesweit hatten mutige Anbieter schon 2014 und 2015 Pionierprojekte auf den Weg gebracht. Jetzt wurde ein Projekt in Heidelberg mit dem deutschen Solarpreis ausgezeichnet.

12. Oktober 2017

 

Auf den Dächern der Neubauten wurden PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 30 kWp und einer Modulfläche von 200 qm installiert, heißt es.

 

Batteriespeicher und PV

 

Der so erzeugte Solarstrom steht zur Versorgung der Mieter zur Verfügung.

 

Ein Batteriespeicher ermöglicht es den Mietparteien, einen möglichst hohen Anteil des Solarstroms vom Hausdach selbst zu nutzen.

 

Der restliche Strombedarf wird den Angaben zufolge in Form von zertifiziertem Ökostrom aus dem öffentlichen Netz gedeckt.

 

„Der Preis honoriert Vordenker und Wegbereiter für die Energiewende und will diese Akteure in das Licht der Öffentlichkeit bringen“, so die Stadtwerke in einer Mitteilung.

 

Die Stromkosten für die Mietparteien setzen sich aus den Kosten für den Solarstrom sowie den Kosten für den Strom aus dem Netz zusammen.

 

„Als sogenanntes Zwei-Tarif-Produkt bietet das Mieterstrommodell den Mietern einen Anreiz, den Solarstrom vom Hausdach direkt zu nutzen, denn dieser Tarif ist günstiger als derjenige für den Netzstrom“, so die Stadtwerke.

 

Eine viertelstündliche Bilanzierung der Messwerte ermöglicht eine gesetzeskonforme und faire Zuweisung sowohl des Solarstroms als auch des Stroms aus der Batterie.

 

Den Mietern ist es über ein Online-Monitoring und eine App zudem möglich, stromfressende Verbraucher ausfindig zu machen.

 

Gleichzeitig erhalten sie darüber die notwenigen Informationen, um ihr Verbrauchsverhalten an die Erzeugung anpassen und so weitere Kosten zu sparen.

 

Das Projekt wurde durch das Grüner-Strom-Label finanziell unterstützt, so die Stadtwerke.

 

Der Deutsche Solarpreis wird seit 1994 vergeben. Die Preisträger erhalten ihre Auszeichnungen am 14. Oktober in Wuppertal.

 

Studie untersucht Potenzial

 

In den 20 größten deutschen Städten gibt es ein Potenzial von bis zu 33.000 PV-Anlagen auf großen Wohngebäuden.

 

Das ergab eine Analyse von vier Verbänden der Immobilien- und Solarbranche.

 

Sie zeigt, welche Städte gute Möglichkeiten für den Ausbau haben.