BNE stellt Konzept zu Flexmarkt vor

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) hat ein Konzept vorgestellt, mit dem sich die Nutzung von Flexibilität auf dem Energiemarkt wettbewerblich und marktnah organisieren lässt. Regionale Signalgeber sollen dabei anzeigen, in welchem Umfang Flexibilität benötigt wird.

15. Dezember 2014

Kunden, die ihren Verbrauch steigern oder drosseln, können zum Anbieter dieser Flexibilität werden. Der BNE-Flexmarkt bietet dabei einen wettbewerblichen Ansatz, um Smart Meter im größeren Umfang im Markt zu nutzen.

»Mit dem BNE-Flexmarkt lassen sich Erzeugung, Verbrauch, Handel und Speicherung intelligent und marktnah einsetzen, um positive Wirkungen für das Stromnetz hervorzurufen«, erläutert Dieter Ploch, Leiter Umfeldmanagement bei Eprimo und Vorstand des BNE.

»Der Anteil der wetterabhängigen Erzeugung wachse stetig. Solle das System trotzdem stabil bleiben, sei eine wettbewerbliche und flexible Portfoliobewirtschaftung aller Flexibilitätsoptionen unabdingbar«, erläutert BNE-Geschäftsführer Robert Busch.

Die Herausforderung bestehe darin, die Flexibilisierung so zu gestalten, dass im besten Falle der Ausbaubedarf sinke oder zumindest kein zusätzlicher Druck auf die Netze entsteht. Diese Gefahr bestehe etwa bei niedrigen Strompreisen Anbieter von Flexibilität, wie Lastmanagement oder Power-to Heat-Anlagen, zum zusätzlichen Verbrauch angeregt werden. Steht im örtlichen Netz dabei aber nicht genug Kapazität zu Verfügung, kann dieser gleichzeitige Verbrauch dort zu Problemen führen. »Der BNE-Flexmarkt sieht daher ein System von regionalen Signalinfrastrukturen vor, die zusätzlich zum Börsenstrompreis mit einem Tag Vorlauf anzeigen, in welchem Umfang und zu welcher Uhrzeit ein flexibles Verbrauchsverhalten vor Ort notwendig ist«, erklärt Dieter Ploch.

Das BNE-Konzept will in einem ersten Schritt die zersplitterten deutschen Verteilnetze zu regionalen Effizienzclustern zusammenfassen. »Nur in regionalen Effizienzclustern ausreichender Größe lassen sich die komplexen Aufgaben der Energiewende wirtschaftlich bewerkstelligen«, sagt BNE-Geschäftsführer Busch. Die Eigentumsrechte kommunaler Betreiber würden dabei unberührt bleiben.

Darüber hinaus wären intelligente Messsysteme (Smart Meter) für die Teilnahme am Flexmarkt nötig. Auf deren Basis könnten Vertriebe Geschäftsmodelle entwickeln und ihren Kunden Flexibilitätsprodukte anbieten. Mit dem BNE-Flexmarkt könne man den Nutzen von Smart Metern deutlich steigern, so Ploch.