Damit die Kosten sinken

Bauwerkintegrierte Photovoltaik (BIPV) stellt hohe Anforderungen an das Design von Solarmodulen. Im Projekt BIPV-Fab haben der Anlagenhersteller Schmid und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE die Möglichkeiten analysiert, individuell angepasste Module in Serienfertigung herzustellen und dabei die Kosten zu senken. Nun liegen die Ergebnisse vor.

17. April 2018

So lassen sich mit den entwickelten Produktionskonzepten die Kosten für bauwerkintegrierte Photovoltaik um 35% senken, wie das Fraunhofer-Institut weiter mitteilt.

Schmid und das Fraunhofer ISE prüften in dem gemeinsamen, durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekt die gestalterischen Beschränkungen sowie die bestehenden Normen, Gesetze und technischen Regelungen für bauwerkintegrierte Photovoltaik. Gleichzeitig bewerteten sie die jeweiligen Auswirkungen auf das Moduldesign.

Der Blick auf den Markt

Das Institut analysierte den Gebäudebestand und die damit verbundenen Marktpotenziale. »Mögliche Einsatzgebiete für individuell gestaltete Module sind beispielsweise die großflächigen Fassaden von Bürogebäuden«, sagt Max Mittag, Wissenschaftler am Fraunhofer ISE.

Basierend auf den Marktpotenzialen und den gestalterischen Anforderungen haben die beiden Partner zwei neue Linienkonzepte für die flexible Massenfertigung von BIPV-Modulen entwickelt.

Variable Modulformate und Farben

Die Produktionslinien sind beispielsweise mit zusätzlichen Übergabestationen ausgestattet und können so flexibel auf veränderte Modulaufbauten reagieren.

Die Konzeption der Anlagen berücksichtigt von vornherein die durch die Gebäudeintegration notwendigen Anpassungen des Modulformats, der farblichen Gestaltung von Glas und Einkapselungsmaterialien, die Verwendung von Gläsern größerer Dicke oder die Variation der Solarzellenmatrix.

Die Produktionslinien ermöglichen so eine kostensparende Serienfertigung und bieten gleichzeitig Freiräume hinsichtlich der Gestaltung der BIPV-Module, heißt es in der Mitteilung weiter.

Innerhalb des einjährigen Projekts mit Fokus auf industrielle Anwendbarkeit seien für alle entwickelten Produktionslösungen Kostenkalkulationen durchgeführt worden, die die Potenziale belegen.

Offen für Partner

»Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Kombination von Serienfertigung und Individualisierbarkeit sich nicht ausschließt und wir die Kosten gegenüber einer üblichen BIPV-Manufakturfertigung um durchschnittlich 35 Prozent reduzieren können«, so Stefan Sellner, Projektleiter bei Schmid.

»Eine flexible, aber gleichzeitig wettbewerbsfähige BIPV-Produktion, die es schafft, den verschiedenen Ansprüchen von Architekten, Modulproduzenten und Systemintegratoren gerecht zu werden, ist damit möglich.«

Das gemeinsam entwickelte BIPV-Produktionskonzept steht interessierten Partnern jetzt zur Verfügung, so die beiden Unternehmen.