Deutschland sucht die besten Bioenergie-Dörfer

Orte und Gemeinden, die mindestens die Hälfte ihres Energiebedarfs aus regionaler Biomasse erzeugen, können sich bis zum 1. Juni um den Titel ›Bioenergiedorf 2012‹ bewerben. Die drei besten Ideen zur Erzeugung und Nutzung von Bioenenergie im ländlichen Raum werden mit jeweils 10.000 € prämiert, so das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).

15. Februar 2012

»Unsere Gemeinden sind der Schlüssel zu einer regionalen Versorgung der Bevölkerung mit nachwachsender, klimafreundlicher Energie. Wer auf alternative Energien setzt, unterstützt nicht nur den schnellen Ausstieg aus der Atomenergie, sondern investiert auch in die eigene Zukunft. Mit diesem Wettbewerb wollen wir die Dynamik auf dem Land unterstützen und noch mehr Dörfer und Gemeinden animieren, auf Nachhaltigkeit zu setzen«, so Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Die Idee, den Großteil der benötigten Energie auf den eigenen Feldern zu erzeugen, macht in Deutschland Schule: Seit 2010 erstmals die drei Bioenergiedörfer Effelter in Bayern, Feldheim in Brandenburg und Jühnde-Barlissen in Niedersachsen ausgezeichnet wurden, haben sich viele weitere Kommunen auf den Weg zum Bioenergiedorf begeben. Von Ende 2010 bis heute stieg die Zahl solcher Dörfer nach Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) von 100 auf über 250. Als erstem Ort gelang es im Jahr 2005 Jühnde, seinen Energiebedarf mit heimischer Biomasse selbst zu erzeugen.

Die Jury achtet bei den Bewerbungen vor allem darauf, wie hoch der Versorgungsgrad bei Strom und Wärme mit Bioenergie ist und ob die Projekte effizient, nachhaltig und innovativ sind. Außerdem spielen die regionale Wertschöpfung, die Beteiligung der Bevölkerung und die Frage, inwieweit die Bioenergiedörfer als Multiplikatoren auftreten, eine wichtige Rolle.