Durch mehr Effizienz Ressourcen für neue Ideen schaffen

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Energiewende - Die Stadtwerke Burg engagieren sich im Klimaschutz, zum Beispiel beim Ausbau der Erneuerbaren und beim Thema Energieeffizienz. Mehr Effizienz haben sie auch in ihre Einspeisemanagement-Prozesse gebracht. Basis, um sich in diesem Bereich als Dienstleister für andere Netzbetreiber zu positionieren.

05. Mai 2014

Gegründet 1991, haben die Stadtwerke in den vergangenen Jahren etwa 60Mio.€ in eine leistungsstarke Infrastruktur und umweltfreundliche Technologien investiert. Sie versorgen im Jerichower Land rund 20.000 Haushalte sowie Gewerbe, Handel, kommunale Verwaltung und Dienstleistungsunternehmen mit Strom, Gas und Wärme.

Zudem gleichen sie als erstes Stadtwerk im Land Sachsen-Anhalt den von ihnen und ihrem Tun verursachten Kohlendioxid-Ausstoß aus – insgesamt 333t für 2012. Dafür kaufen sie Zertifikate aus insgesamt vier Projekten im In- und Ausland, durch die Treibhausgase reduziert werden.

Klimaneutral aufgestellt

»Wir haben für die 333 Tonnen Kohlendioxid-Minderungszertifikate erworben«, erklärt Julia Teige, Projektverantwortliche der Stadtwerke Burg, »diese Menge an Kohlendioxid wird durch die Projekte vermieden, die wir durch den Kauf der Zertifikate unterstützen. Damit sind die Stadtwerke Burg für 2012 klimaneutral gestellt.«

Auch für das Jahr 2013 ist dieses vorgesehen. Die Datensammlung dazu läuft bereits. »Wir sehen unser Engagement nachhaltig«, so Alfred Kruse, Geschäftsführer der Stadtwerke Burg.

»Unsere Anstrengungen für den Klimaschutz sind keine Eintagsfliege«, betont er. »Wir wollen, dass sie Kreise ziehen und immer mehr Unternehmen und Menschen sich aktiv dafür engagieren, den drohenden Klimawandel abzumildern.« Dem Energiesparen und der Erhöhung der Energieeffizienz seien natürliche Grenzen gesetzt, erläutert er. Das Projekt schaffe aber zusätzliche Transparenz und hätte weitere Einsparpotenziale aufgezeigt, die verfolgt würden.

Bei ihrem Engagement für Ressourcenschonung und Klimaschutz setzen sie beispielsweise auch auf die Erhöhung der Energieeffizienz bei der Straßenbeleuchtung und den Einsatz erneuerbarer Energien. »Wichtig ist, dass wir Projekte realisieren, die pro eingesetztem Euro möglichst viele klimaschädliche Gase reduzieren und dauerhaft wirksam sind«, sagt Alfred Kruse.

»Für uns verbindet sich mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien auch die Chance, Wachstumspotenziale zu erkennen und neue Geschäftsfelder zu erschließen«, stellt Annette Meyer, kaufmännische Prokuristin der Stadtwerke Burg heraus. Als Kompetenz-Center im Gelsenwasser-Verbund wird das regional verwurzelte Unternehmen zukünftig auch im Bereich der dezentralen Einspeisung Dienstleistungen für andere Netzgesellschaften erbringen.

Erste Berührungspunkte zur Nutzung regenerativer Energien gab es für die Stadtwerke 1995 beim Aufbau der ersten Windkraftanlagen. Seit 2001 gewinnt die Photovoltaik zunehmend an Bedeutung. Wo für eine effektive Verwaltung dezentraler Einspeiseanlagen ursprünglich einfache Excel-Tabellen ausreichten, wurde es im Zuge der Umsetzung des EEG und KWK-G immer notwendiger, eine übergreifende Lösung einzuführen, die der wachsenden Komplexität des Regelwerkes gerecht wird.

Automatisiert ins ERP-System

»Wir wollten unsere Ressourcen bündeln und uns vor dem Hintergrund der Energiewende zukunftssicher aufstellen«, sagt Annette Meyer. »Dabei war es für uns wichtig, ein Programm zu finden, das ganz schlank und ohne unnötige, kostenintensive Zusatzpakete unsere spezifischen Herausforderungen abbildet und die Ablaufprozesse optimiert«, erläutert Stefan Wackenhut, der als Mitarbeiter Energiewirtschaft der Stadtwerke Burg Energienetze für das Gesamtprojekt verantwortlich zeichnet.

In einem Auswahlprozess konnte sich das Programm ›N»symbio‹ von Prevero durchsetzen. Es erfüllt laut Anbieter nicht nur sämtliche Aufgaben hinsichtlich Vergütung, Prognose und Berichtswesen, sondern integriert über eine automatisierte Schnittstelle auch das vorhandene ERP-System.

Wo früher fünf Mitarbeiter unterschiedliche Teilaufgaben übernahmen, reicht nun ein Mitarbeiter, um alle Aufgaben kompetent zu erfüllen – von der Erfassung, Prüfung und Plausibilisierung bis zur Bereitstellung der entsprechenden Berichte und Testate. Die betroffenen Kollegen haben diese Veränderung laut Prevero positiv aufgenommen und können sich mittlerweile auf andere strategische und operative Aufgaben konzentrieren. »Prevero ist ein offenes, flexibel modellierbares System, das uns hohe Freiheitsgrade bietet und über eine sich selbst erklärende, transparente Benutzeroberfläche verfügt. Es eröffnet uns umfangreiche Möglichkeiten zur individuellen Weiterentwicklung und funktionalen Erweiterung der Lösung. Als Anwender können wir jederzeit unsere eigenen Ideen und Vorschläge zur Optimierung einbringen«, so Meyer.

Dass sich die Stadtwerke Burg im dezentralen Einspeisemanagement nunmehr auch als Dienstleister für andere Netzgesellschaften positionieren, sei »eine Win-Win-Situation, von der alle Beteiligten nur profitieren können«.

Erschienen in Ausgabe: 04/2014