Parallel zum Öl hat sich Naphtha im gleichen Zeitraum um rund 30 %
verteuert. Wir dämpfen die Abhängigkeit vom Rohölpreis auf zwei
Wegen: Zum einen betreiben wir ein gezieltes Hedging von
Naphtha-Mengen, um uns gegen Preisschwankungen abzusichern, zum
anderen hilft der interne Hydrocarbon-Hedge durch die eigenen Öl-
und Gasaktivitäten, betonte BASFVorstand Dr. Stefan Marcinowski
kürzlich während einer Pressekonferenz. Um Energie zu sparen, setzt
BASF auf das Verbundkonzept, das Produktion und Energiebedarf auf
intelligente Weise miteinander verknüpft. 2003 hat das Unternehmen
den weltweiten Dampfbedarf von 52,8 Mio. t bereits zu 48 % aus
Prozeßabwärme gedeckt. Für die Strom- und Dampferzeugung wurden
23,1 Mio. MWh an fossilen Energieträgern und Ersatzbrennstoffen
benötigt. Das entspricht knapp 2 Mio. t Rohöl. Ohne Verbund hätte
der Konzern gruppenweit rund 3,4 Mio. t Erdöläquivalente benötigt.
Energie hat auch eine enorme Bedeutung für den Standort
Ludwigshafen: 250 Produktionseinheiten auf dem 7,11 km2 großen
Gelände müssen Tag und Nacht versorgt werden. Mit dem im letzten
Jahr eingesetzten Strom von zuletzt 6,2 Mio. MWh könnten zwei
Millionen Haushalte versorgt werden. Vom neuen GuD-Kraftwerk
verspricht sich BASF eine noch effizientere Energieversorgung. Man
entschied sich für eine Gasturbine aus der Herstellerserie von
Siemens, die in ihrer Leistung reduziert wurde und so um knapp 40 %
längere Produktionszyklen zwischen den Wartungsintervallen
ermögliche. Nach Überzeugung der BASF-Experten ist das
wirtschaftlicher als der Einsatz von Neuentwicklungen mit
Wirkungsgradverbesserungen um wenige Zehntelpunkte, die die
Bewährungsprobe noch bestehen müssen. Mit dem neuen Kraftwerk wird
bei nahezu gleicher Dampfversorgung eine höhere Stromproduktion
möglich. Die Eigenerzeugung beim Strom steigt damit am Standort
sprunghaft von 15 auf 63 %. Die Anlage ist für 650 t Prozeßdampf
pro Stunde und für 450 MW elektrische Leistung ausgelegt.
Hauptunterschied zum konventionellen Kraftwerk sind die wesentlich
höheren Temperaturen, mit bis zu 1.180 °C. Dazu ist die Brennkammer
mit keramischem Werkstoff ausgekleidet und ähnelt den
Hitzeschildkacheln der NASA-Space-Shuttles. Auch die
Turbinenschaufeln sind ein High-Tech-Produkt. Sie sind mit einer
keramischen Beschichtung versehen und verfügen über eine
Filmkühlung, die die Oberflächentemperatur auf rund 800 °C
begrenzt. Die Hohlschaufeln besitzen ausgeklügelte Bohrungen, durch
die Kühlluft austritt und sich als schützender Film auf die
Oberfläche legt.