Aus der Ferne ablesen für zeitnahe Rechnungsstellung

Zählerdienstleistungen und Energiekostenabrechnung für Altenheim

Die Pflege des Zählerparks sowie die Erzeugung und Abrechnung von Energie gab der Betreiber des Altenheims „Salinen-Parc“ in Werne in kompetente Hände. Für das korrekte Ablesen der Energie sorgt die Zählerfernauslesung der NZR. Das Unternehmen lieferte zudem die Software zur Energieabrechnung.

24. Februar 2003

Die schnelle und exakte Berechnung der Nebenkosten ist ein Merkmal, das bei der Projektierung des Altenheims „Salinen-Parc“ in Werne eine besondere Rolle spielte. Die Nutzer des Objekts, das von der Pro & Urban Bauträger GmbH realisiert wurde, können sowohl Eigentum erwerben als auch zur Miete wohnen. Daher legt der Betreiber viel Wert auf eine transparente, automatisierte Nebenkostenabrechnung. Um diese zu gewährleisten, sind alle Wohnungen über eine Busleitung miteinander vernetzt. So lassen sich die Verbrauchzähler jederzeit auslesen, ohne die älteren Bewohner zu stören. Da der Betreiber aber weder die Energieerzeugung noch die Energieabrechnung als sein Kerngeschäft betrachtet, wurde beides an kompetente Partner übergeben.

Das Errichten und Unterhalten der Heizzentrale übernahm die RWE Gas AG im Wärme-Contracting. Der Betreiber des Objektes bezieht an einer definierten Übergabestelle von der RWE Gas AG Wärmeenergie in der gewünschten Menge. Im Wärmepreis sind die Kosten für die Heizzentrale, deren Wartung und das Erdgas enthalten.

Die Mengen von verbrauchtem Erdgas und erzeugter Wärme werden über fernauslesbare Zähler erfasst und ständig ausgewertet, um die wirtschaftliche Auslastung der Anlage zu überwachen. Hierzu bedient sich die RWE Gas AG der Datenübertragungstechnik aus dem Hause NZR Nordwestdeutsche Zählerrevision A. Knemeyer Ing. GmbH & Co. Das Unternehmen installierte sowohl die Messtechnik als auch die Einrichtungen zur Datenübertragung.

Die Messgeräte sind vom Abrechnungsspezialisten Erdboris geleast. Das hat für den Abrechnenden den Vorzug der besseren Finanzierbarkeit: Es sind keine Anfangsinvestitionen erforderlich und die geringen, gleichbleibenden monatlichen Leasingkosten können direkt weiterverrechnet werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die gesetzlich geforderte Überwachung der Eichgültigkeit ebenfalls durch den Leasing-Geber, in diesem Fall die NZR, erfolgt. Die NZR wacht also über die Eichgültigkeit und tauscht selbstständig nach Ablauf der Frist die betroffenen Zähler aus. Notwendig ist dies nach fünf Jahren bei den Wärme- und Warmwasserzählern, bei Kaltwasserzählern nach sechs Jahren sowie alle acht oder 16 Jahre bei Elektrizitätszählern. Eine Aufgabenstellung, die manchen Bauträger schnell überfordert, zumal auch die neu eingesetzten Zähler mit ihrem neuen Zählerstand in der Energiekostenabrechnung zu berücksichtigen sind.

In dem Altenheim „Salinen-Parc“ ist eine Modemverbindung vorhanden, über die eine Datenübertragung nach außen ermöglicht wird. Innerhalb des Objektes erfolgt der Datentransfer über den M-Bus (M steht für Metering, es ist also ein „Zähler-Bus“). Es handelt sich um einen europäisch genormten Bus für die Zählerstandserfassung. Durch die Normierung ist können jederzeit weitere Zähler - auch anderer Hersteller - aufgelegt werden. Die Anforderungen an die Qualität der Datenleitungen sind gering. Meist genügen einfache Zweidraht-Telefonleitungen. Auch die Reichweite der Datenleitungen liegt ohne Zwischenverstärker schon bei 3 oder 4 km.

Das Auslesen der Zählerdaten erfolgt von einer Leitstelle aus, die dazu das System Vadev der NZR nutzt. Hier wird ein handelsüblicher PC mit Modemverbindung benötigt. Das Auslesesystem ist sowohl bei der RWE Gas AG zur Kontrolle des Gas- und Wärmeübergabezählers als auch beim Abrechnungsunternehmen zum Ermitteln der Zählerstände installiert.

Die Energieabrechnung wurde der Erdbories Immobilienverwaltung GmbH übertragen. Sie ist mit ihrer Modemverbindung jederzeit in der Lage, die Zählerstände der rund 130 Wohnungen auszulesen. Möglich ist dies dank des Zählerfernauslesesystems der NZR. Mit ihm lassen sich automatische zeitgesteuerte Auslesungen realisieren. Über ein Exportprofil gelangen die Daten ins Format des Abrechnungssystems. So ist nach Inbetriebnahme des Systems keine weitere Bearbeitung im Zählerfernauslesesystem erforderlich.

Erschienen in Ausgabe: 11/2002