Ausbau-Potenziale

Die Windenergiebranche hat ihre Halbjahresbilanz zum Offshore-Ausbau vorgelegt. Die Nordsee-Windparkprojekte Sandbank und Veja Mate wurden planmäßig fertiggestellt und der Zubau gehe kontinuierlich voran.

25. Juli 2017

Am 23. Juli haben Vattenfall und die Stadtwerke München den Offshore-Windpark Sandbank 90 Kilometer westlich der Nordseeinsel Sylt offiziell in Betrieb genommen. Mit einer installierten Leistung von 288 Megawatt können die Anlagen etwa 400.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Vor dem Plan

Der Park ist im Januar 2017, drei Monate vor dem eigentlichen Zeitplan, fertiggestellt worden, wie das Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH-Cluster) weiter mitteilt. Ein etwas früherer Projektbeginn, optimale Wetterbedingungen sowie Verbesserungen bei der Installation und Inbetriebnahme führten zu der frühzeitigen Fertigstellung.

So konnte das Spezialschiff Acery Viking dank seiner Gangway beispielsweise Techniker rund um die Uhr und bei jedem Seegang auf die Anlagen bringen. „Der Hauptgrund für den Projekterfolg ist unsere wirklich gute Partnerschaft und Zusammenarbeit mit Vattenfall, die sich auf allen Ebenen auszahlte: Bei allen Schwierigkeiten haben wir uns stets auf konstruktive Lösungen konzentriert“, sagt Bent Rasmussen, Projektleiter bei Siemens Gamesa. Das Unternehmen lieferte die Windturbinen.

4.749 MW am Netz

Kurz zuvor haben die Arbeitsgemeinschaft Offshore-Windenergie (AGOW), Bundesverband Windenergie (BWE), Stiftung Offshore-Windenergie, VDMA Power Systems und WAB die Halbjahreszahlen zum Ausbau der Windenergie auf dem Meer vorgelegt.

Im ersten Halbjahr 2017 speisten demnach 108 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 626 MW in Deutschland erstmals in Netz ein. Damit waren zum 30. Juni 2017 insgesamt 1.055 Anlagen mit einer Leistung von 4.749 MW am Netz.

Gute Produktion

Für das Gesamtjahr 2017 rechnet die Branche mit rund 900 MW Zubau. Die Offshore Windenergie hat im ersten Halbjahr 2017 bereits 8.480 GWh Strom produziert. Das seien rund 70 Prozent der gesamten Vorjahresarbeit, so die Verbände.

Neue zuverlässige und leistungsstärkere Anlagen mit größerem Rotordurchmesser, insgesamt größere Windparkprojekte, Innovationen bei Gründungsstrukturen, bessere Betriebs- und Wartungskonzepte sowie günstigere Finanzierungskonditionen hätten zu einer deutlichen Senkung der Stromgestehungskosten geführt.

Ausbauziele anheben

"Durch diesen Paradigmenwechsel ergeben sich für die nächste Bundesregierung Chancen, die energiewirtschaftlichen und industriepolitischen Potenziale der Windenergie auf See durch eine Anhebung der Ausbauziele auf mindestens 20 GW bis 2030 und mindestens 30 GW bis 2035 zu nutzen", fordert die Branche in ihrer Mitteilung.

Ebenso seien die entsprechenden politischen und technologischen Bedingungen geschaffen worden, um den notwendigen Netzausbau voranzutreiben. Mit der Begrenzung des Zubaus von Offshore-Windenergie im EEG 2014 von zuvor 25 GW auf jetzt 15 GW bis 2030 sollten vor allem die Kosten der Energiewende gedämpft werden.