Badenova testet Brennstoffzellen-BHKW im Familienhaushalt

Im Rahmen eines Feldtests haben badenova, die Thüga und die Energie- und Wasserversorgung Kirchzarten (EWK) ein Privathaus in Kirchzarten mit einem Brennstoffzellen-Mikro-Blockheizkraftwerk ausgestattet.

26. April 2013

Der badische Energieversorger will mit dem einjährigen Feldtest herausfinden, ob sich Brennstoffzellen zur dezentralen Strom- und Wärmeversorgung von Privathaushalten eignen. Auf dem Papier bietet die Brennstoffzellentechnik einige Vorteile gegenüber anderen Heizungssystemen: Zum einen der hohe Wirkungsgrad, den der Hersteller Elcore mit 98 % beziffert und zum anderen die sehr niedrigen Emissionswerte. Hinzu komme, dass das Mini-Kraftwerk kaum Platz brauche und aufgrund des fehlenden Brenners und Motors sehr leise sei.

»Wir sehen bei der Brennstoffzellentechnologie grundsätzlich interessante Potenziale«, gibt sich badenova-Vorstand Mathias Nikolay am Tag der Inbetriebnahme optimistisch. Sollte der Feldtest erfolgreich verlaufen, können sich daraus neue Möglichkeiten der Strom- und Wärmeversorgung für Eigentümer von Einfamilienhäusern ergeben, so Nikolay. Der einjährige Feldtest werde zeigen, ob die hohen Erwartungen zu Recht bestehen.

Die Ergebnisse früherer Versuche mit Brennstoffzellen haben ergeben, dass die Technologie vor einigen Jahren noch nicht gänzlich ausgereift war. Schon 2002 hat badenova zusammen mit dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und gefördert aus dem Innovationsfonds eine wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle auf der Rappenecker Hütte bei Oberried getestet. Ziel war es, eine autarke und auf regenerativen Energien beruhende Energieversorgung auf der Hütte zu realisieren, die außerhalb der Erdgas- und Stromnetze liegt, so badenova. Die Hersteller der Geräte konnten die Praxiserfahrungen aus diesem und anderen Feldtests mittlerweile in ihre Weiterentwicklungen integrieren, so dass eine neue Geräte-Generation entstanden ist, die auf der Schwelle zur Marktreife steht.

Der Feldtest ist eingebunden in eine Kooperationsaktion mit anderen Energieversorgungsunternehmen der Thüga-Gruppe. Neben badenova beteiligen sich auch die ESWE in Wiesbaden, die Halberstadtwerke, die Stadtwerke Langenfeld, die Thüga Energienetze aus Schifferstadt, die Stadtwerke Pforzheim sowie ein weiterer Thüga-Standort an dem Gruppenprojekt. Von diesen Versorgern wird bei ausgewählten Kunden ebenfalls ein entsprechendes Gerät installiert.