BDEW fordert europaweite Standards für Ladepunkte

Mit Start der eCarTec-Messe in München plädiert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für eine europaweit einheitliche Kennzeichnung von Ladesäulen. Diese sei ein wichtiger Schritt für mehr Kundenfreundlichkeit.

21. Oktober 2015

»Wir werden der Elektromobilität nur zum Durchbruch verhelfen können, wenn diese Technologie im Alltag so kundenfreundlich wie möglich ausgestaltet wird - und dies über nationale Grenzen hinweg«, sagte Roger Kohlmann, Mitglied der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Dazu gehöre insbesondere eine europaweite Standardisierung für die Vergabe von so genannten Identifikationsnummern. Bereits seit dem vergangenen Jahr vergibt der BDEW in Deutschland Identifikationsnummern für E-Mobility. Diese Nummern sind eine wichtige Voraussetzung für die kundenfreundliche Nutzung der Ladesäulen im öffentlichen Raum, so der BDEW. Das nationale Vergabeverfahren habe sich bewährt. Die EU-Kommission sollte schnellstmöglich auf diese Praxis aufsetzen und eine einheitliche Vorgabe zur ID-Vergabe in Europa verabschieden, sagt Kohlmann weiter.

In Deutschland können Ladestationsbetreiber und Elektromobilitätsanbieter über den BDEW eine Identifikationsnummer beantragen. Diese Kennzeichnung erleichtert die prozessseitige Abwicklung des Ladevorgangs, indem sie die im Hintergrund laufenden IT-Prozesse, beispielsweise zur Freischaltung der Ladesäule, Messung des Ladevorgangs sowie der Abrechnung, vereinfachen. Sowohl für die Kommunikation und Abrechnung zwischen verschiedenen Anbietern, als auch zwischen Endkunden und Anbietern ist eine einheitliche Kennzeichnung von großer Bedeutung.

»Die europaweite Vereinheitlichung der Vorgaben zur Kennzeichnung von Ladepunkten muss nun rasch auf den Weg gebracht werden. Andernfalls entwickeln sich unter Umständen jeweils nationale Standards für die ID-Vergabe. Eine nachträgliche Umrüstung beziehungsweise Anpassung der IT-Systeme und Schnittstellen kann zu hohen Kosten führen«, so Kohlmann.

Als positives Beispiel für kundenfreundliches Laden von Elektrofahrzeugen in verschiedenen Ländern führte Kohlmann den Zusammenschluss der fünf wichtigsten eRoaming-Plattformen (E-Clearing.net, Gireve, Mobi.E, Enel und Hubject) in Europa an. Durch diese Paneuropäische Initiative, an der auch viele BDEW-Mitgliedsunternehmen beteiligt sind, soll für Elektroautonutzer das anbieter- und grenzüberschreitende Laden ihrer Fahrzeuge mit nur einem Fahrstromvertrag zukünftig weiter vereinfacht werden. Im Ergebnis sollen damit die Hürden für die Nutzung von Elektrofahrzeugen verringert und eine interoperable Ladeinfrastruktur geschaffen werden.